Entschlossenheit im Unglück ist immer der halbe Weg zur Rettung. Ich würde euch gerne erzählen, wie geil mein Training in dieser ersten Frühlingswoche war und mit welch epischer (Tor)Tour die Woche endete und wieviel Mut ich daraus für diese Saison ziehe. Ungeschminkt sieht es aber anders aus, ich gehe durch das Tal der Krise.

Wir haben es ja bereits Mitte des Monats angekündigt, dass wir nicht davon laufen werden und das befindlichkeitsorientierte Berichterstattung auch die ungeschminkte Wahrheit ans Licht bringt. Nicht immer schneller, höher, weiter sondern immer wieder auch auf den Boden der Tatsachen zurück.

Natascha ist für eine Weile im Krankenhaus, ich befinde mich kurz vor dem Abschied aus neun Jahre Jugendhilfe bevor ich Ende April künftig in der Erwachsenenpädagogik meine neue Heimat finden werde. Alleine diese beiden Belastungen sind schwer auszuhalten, Sorge und auf der einen Seite und Vorfreude auf der anderen. Dazu bleibt der Umgang mit meinen Post-Covid Symptomen ebenfalls eine starke Belastung.

Nachdem ich die erste Woche meines Wiedereinstiegs sehr gut gemeistert haben und mit 6 Trainingseinheiten aber „nur“ 1,5h Trainingszeit einen guten Kompromiss gefunden habe, musste ich diese Woche wieder zurückstecken. Bereits am Dienstag viel mir das Training extrem schwer und ich verkürzte die Zeit des Trainings. Ich fühlte mich schlapp und unausgeruht, meine Leistungsfähigkeit war gering und die Gedanken überall aber nicht beim Training.

Mittwoch setzte ich aus. Am Donnerstag, Freitag und Samstag habe ich mich zur bewegt aber Training kann man das nicht mehr nennen. Meine Beine fühlten sich kraftlos an, Körperspannung war wenig vorhanden und die Lust kam selbst bei diesem besten Wetter nicht zurück.

Als ich heute mit Natascha darüber gesprochen haben, konnte ich das Gefühl etwas besser differenzieren. Morgens ist die Lust auf Training da aber je näher das Training kommt, desto schwieriger wird mein Umgang bis zur Lustlosigkeit. Im Mentaltraining dominiert das Thema aber noch fehlt der Durchbruch.

Und trotzdem ist in mir eine Entschlossenheit. Eine Entschlossenheit im Unglück und genau diese Entschlossenheit macht mir Mut. Mit anhaltender Krise wurden natürlich die Gedanken im Kopf lauter, ob ich das überhaupt noch will. Training, die Verausgabung, die Omnipräsenz des Sports. Die Zweifel waren laut und ich habe lange nachgedacht aufzuhören. Aber das wäre der einfache Weg gewesen.

In mir ist eine Entschlossenheit das Unglück zu überwinden. Losgelöst davon, dass derzeit die rettende Idee noch nicht greifbar ist. Aber ich weiß, dass ich dieses Jahr zurück an der Startlinie stehen werde und gemeinsam mit einem neuen Team an meine erfolgreiche Zeit anknüpfen kann.

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Fazit

4 Trainingseinheiten, eine Menge Störungen und gerade einmal 3,5h Trainingszeit. 83km, 450hm…. Werte, die in meiner besten Form ein Standardtraining an einem Tag dargestellt haben. Da will ich auch wieder hin. Meine Leistung erwähne ich nicht einmal, ich glaube der Wochen TSS war noch nie so unterirdisch und CTL, ATL im März dermaßen im Keller. Aber hey ab jetzt kann es nur noch nach vorne gehen.