wemboFinale 2017 Recap

Der 2. Juni 2017 wird mir ewig in Erinnerung bleiben. Gemeinsam mit dem besten Team der Welt, habe ich in Finale Ligure bei der 24h Mountainbike Weltmeisterschaft überraschend den dritten Platz meiner Altersklasse erreicht und stand von jetzt auf gleich auf dem Podium. 

Seit der 24h Weltmeisterschaft im Juni 2017 ist viel passiert. Mein Team habe ich umgestellt, meine Herangehensweise an Ziele verändert und meine Einstellung zum Sport überdacht. Aber darum geht es heute nicht.

Nach wie vor „mein“ Bild zur WM. Der Moment aus totaler Erschöpfung und absoluter Euphorie. (Foto: Maren Schink)

Während in Fort William (Schottland) heute die 24h Mountainbike Weltmeisterschaften stattfinden, möchte ich an die letzte WM erinnern und der Frage nachgehen wie überraschend mein Podium 2017 wirklich war. Und damit dann den Kreis zum ersten Absatz, den Veränderungen in meinem Sportler-Ich schließen. 

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Das letzte Lied auf der Party – Daniels Saisonrückblick

Saisonrückblicke können eine Befreiung sein und neue Möglichkeiten eröffnen, sie können aber auch mit Wehmut geschrieben werden. Zum Beispiel dann, wenn die Saison einfach in ihrer Ganzheit ein absolutes Highlight war. Das letzte Lied auf der Party, gesungen von Ansgar, war dabei einer der wenigen Träume, der nicht in Erfüllung ging. Ich trage ein Schwert aus purer Euphorie und einen Umhang aus Melancholie und öffne euch die Türen zum einer sensationellen Saison. Meiner bisher besten.
Natürlich wird die wembo 24hr World Championchip 2017 in Finale Ligure ein wesentlicher Bestandteil dieses Rückblicks. Aber es war nicht nur die erfolgreiche WM-Teilnahme, die mit dem Podium endete, die diese Saison zu etwas besonderem machte. Es waren viele unbeschreibliche Momente, sportlicher und menschlicher Natur, die noch heute bei den Beteiligten und mir für Gänsehaut sorgen.

Daniels WM-Tagebuch

Mit meinem WM-Tagebuch habe ich ab Januar 2017 meinen langen Weg der Vorbereitung auf die 24h Mountainbike Weltmeisterschaft festgehalten. Wie wichtig dieses WM-Tagebuch für mich persönlich werden sollte, war mir am 2. Januar mit dem Dreh der ersten Folge gar nicht bewusst.
Auch wenn ich mich nie wirklich mit einer Zielsetzung für die Weltmeisterschaft auseinandergesetzt habe, so kann ich doch in den 150 Folgen eine klare Entwicklung meinerseits erkennen. Man merkt wie das Selbstvertrauen von Woche zu Woche steigt und Selbstzweifel, die mir bestimmt auch das Podium in München 2016 gekostet haben, sinken.


Ich habe auch von euch eine Menge Feedback zum WM-Tagebuch bekommen und daraus auch viel Trainingsmotivation herausgezogen. Dafür möchte ich mich hier auch noch bedanken.
Unvergessen bleibt beim WM-Tagebuch die Folge 37, die meine Einstellung zum Training prägend verändert hat und maßgeblichen Anteil am späteren Erfolg bei der Weltmeisterschaft haben sollte.

Aber ohne Gang keine WM und hier wirft Folge 107 ihre Schatten voraus. Schöne Erinnerungen und mentale Stützen, die auch über die Weltmeisterschaft hinaus helfen.

Die ersten Rennen 2017

Mit dem SKS Kellerwald BIKE Marathon und den SKS Bike Marathon Sundern bin ich mit zwei Langstreckenrennen in die Saison gestartet.
Leistungstechnisch habe ich die Rennen im Hinblick auf die 24h Mountainbike Weltmeisterschaft ordentlich abgeschnitten und mit Leistungen zwischen 200-220 Watt zu Ende gefahren. Im Kellerwald musste ich das Rennen nach 100 von 120km aufgrund eines technischen Defekts beenden, genauso wie sechs Monate später beim letzten Rennen der Saison.
Zwei Wochen später lief es beim SKS Bike Marathon von Sundern besser. Der Mountainbike Marathon liegt mir besser als der Saisonstart in Hessen. Bei 4 Grad beendete ich den MTB Marathon nach 4:45h als 19. AK und 64. Gesamt mit einem ersten Ergebnis.
SKS Kellerwald Bike Marathon 2017
Im Frühjahr 2017 waren aber nicht die beiden Mountainbike Marathons die Höhepunkte, sondern meine epischen Trainings über sieben bzw. neun Stunden. Insbesondere der Coffeechains Ardennen Ride gehört zu meinen besten Tagen 2017. Danke Ansgar und Tim für diese atemberaubende Tour, Danke Muschi für den Zug auf dem Rückweg über die Vennbahn.

Rocky Mountain BIKE Marathon

Das vorletzte Wochenende im Mai sollte der letzte Härtest für die Mountainbike Weltmeisterschaft werden und brachte gleichzeitig die gesamte Vorbereitung in Gefahr. Der Ausflug zum BIKE Festival und zum Schinder(Hannes) MTB Superbike inkl. Wohnmobil und Crew brachte uns alle in WM-Stimmung.
Der Rocky Mountain BIKE Marathon und tagsdarauf der Schinderhannes MTB Superbike sollten die letzten Herausforderungen für die Weltmeisterschaft darstellen, bevor das Tapering beginnt. Die Langstrecke beim BIKE Festival Willingen war dabei als Probe für den ersten Stint beim der Weltmeisterschaft angemacht, während ich in Emmelshausen beim Schinder(Hannes) hätte intensiver fahren dürfen. Aber bekanntlich kam alles anders als geplant…

Laufräderschrott, Gabelschrott, Daniel Schrott… nach einem fast perfekten Ritt über zwei der drei Runden um Willingen, in denen ich sogar im 24h Renntempo Tim am Langenberg abhängen konnte, stürzte ich nach einem Zusammenprall mit anderen Radfahrern auf der letzten Runde schwer. Ein fahrradfahrender Zuschauer übersah mich in einer Abfahrt und zog unabsichtlich in meine Spur.
Ein Schleudertrauma, diverse Prellungen und eine Zerrung der Rückenmuskulatur zwei Wochen vor dem Start der Weltmeisterschaft waren alles andere als perfekte Bedingungen.

Nichtsdestotrotz war der Rocky Mountain BIKE Marathon auch ohne Schinder(Hannes) MTB Superbike der perfekte Abschluss einer langen Weltmeisterschafts Vorbereitung.
Das Rennen verlief, abgesehen von dem Sturz, perfekt. Ich war nach den acht Stunden im Sattel nicht übermäßig müde, meine Beine noch sehr frisch und auch wenn der restliche Körper schmerzte war mir während dieses Rennens bewusst geworden, dass die Weltmeisterschaft gut werden wird. Auch weil meine Crew sich als Volltreffer entpuppte. Maren, Ansgar ihr seid großartig gewesen. Danke.
In der Woche nach Willingen lief die Heilung meiner Verletzung ok, allerdings waren mir Mountainbike Kilometer bis zur Anreise nach Italien untersagt. Mit einer drei stündigen Rennrad Runde war ich 10 Tage vor der Weltmeisterschaft noch einmal länger unterwegs, alle weiteren Einheiten beschränkten sich auf Umfänge unter 2 Stunden.

wemboFinale: Die 24h Mountainbike Weltmeisterschaft

Heute Nacht wird übertrieben – mit Absicht. Morgen bleiben alle liegen – das macht nichts. Menschen und Lieder, die wir lieben – fantastisch. – Fettes Brot

Der Song von Fettes Brot bekam in den Wochen vor der 24h Mountainbike Weltmeisterschaft große Bedeutung und war nahezu täglich in meiner Playlist. Ansgar reagierte verhalten bis ablehnend auf meine Idee mich mit diesem Song in der Nacht anzufeuern, es sollte einer der wenigen Wünsche bei der WM bleiben, die Ansgar nicht erfüllen konnte.
Innerlich war ich schon in den 2 Wochen vor der 24h Mountainbike Weltmeisterschaft so angespannt, dass ich jedes Mal einen Adrenalinkick bekam, wenn Fettes Brot das Lied anstimmte. Und was dann am 02. Juni abging, es war unverstellbar und es bleibt ein langer Moment des absoluten Wahnsinns.

Ich bin über die Grenze gefahren, habe gelitten und gleichzeitig die Zeit genossen. Es war ein Kampf auf allen Ebenen: Mental fokussiert und konzentriert zu bleiben war genauso anstrengend, wie die steilen Rampe an der Mittelmeerküste Runde um Runde in Angriff zu nehmen.
Es war schwer während des Rennens auszuhalten irgendwie die eigenen Erwartungen um ein vielfaches zu übertreffen und die entferntesten Träume wahr werden zu lassen. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich es heute schon wirklich realisiert habe.

Finale Ligure Highlight des Jahres

Es war sportlich gesehen meine bis dahin beste Erfahrung. Sie konnte sogar meinen Auftritt im Westfalenstadion von Dortmund übertrumpfen, wo ich Mitte der 1990er Jahre in der F-Jugend gegen Borussia Dortmund spielte. Unter Fluchtlicht, bevor Dortmund später gegen Dynamo Dresden spielte und Sommer rot sah. Viel mehr ist von der Erinnerung nicht übrig, das Rumgerotze der Dortmund Fans in meine Richtung und die Böller aus der Südkurve habe ich verdrängt.
Finale Ligure 2017 sollte das Highlight des Jahres werden und es wurde noch mehr. Ansgar, ich danke dir von Herzen für deine ganze Arbeit vor Ort und im Vorfeld. Du weißt, dass dein Anteil an diesem Erfolg in Prozent nicht zu messen ist. Maren danke, dass du ein Stück Lockerheit mitgebracht hast, die mir sehr geholfen hat. Marie und Marko – selbst den Titel nur aufgrund der fehlenden Wertungskategorie verpasst – habt mir auf der Strecke immer wieder sehr geholfen.
Johannes & Chrissie hammerhart!


3rd @ wembo 24hr MTB World Championchip 2017

Night on Bike 2er

Eigentlich war die Saison nach der Mountainbike Weltmeisterschaft für mich zu Ende. Meine Spannung hatte ich abgebaut und die restliche Saison habe ich vergeblich versucht die Anspannung neu aufzubauen.
Nach einer Woche Pause nahm ich trotzdem das Training wieder auf. Und Lukas forderte mich direkt heraus, in dem er mir kurze aber intensive Einheiten in den Trainingsplan schrieb. Immerhin wollte ich zwei Wochen später bei der Night on Bike mit Marc im 2er Team wieder voll da sein.
Im Juli kämpfte ich mich mit vielen langen Einheiten zurück. Ich hatte Spaß im Training und genoss die vielen 100+km Rides, allerdings konnte ich vor der Night on Bike keine wirkliche Rennspannung aufbauen.
Und trotzdem war das Rennen ein voller Erfolg. Mit dem vierten Platz verpassten wir das Podium zwar knapp, dafür konnten wir auch bei diesem Rennen unsere Erwartungen übertreffen. Ich war vor allem von der Strecke und dem Event begeistert, denn die Strecke rund um Radevormwald war sehr schön und anspruchsvoller als die meisten deutschen 24h Rundkurse.

Das 24h Rennen zeigte sich wettertechnisch von der widerspenstigen Seite, was mich allerdings wenig beeindruckte. Etwas ärgerlicher war dagegen meine Reifenwahl, denn mit einem Matschreifen wäre ein Angriff aufs Podium machbar gewesen.

Die Night on Bike gehört in jedem Fall auf den zweiten Platz meiner besten Veranstaltungen 2017. Den Rennbericht gibt es hier.

Die Saison zieht sich

Den Sommer verbrachte ich dann mit zahlreichen Trainingskilometern draußen, knapp 1500km kamen nach der Night on Bike und vor dem letzten Saisondrittel zusammen. Mit fünf weiteren Rennen zog sich die Saison immer länger und mental verlor ich immer mehr Boden.
Da half auch keine Unterstützung von Ansgar, der mich bei den ersten drei Vorbereitungsrennen begleitete. Der Sebamed Bike Day sollte für uns beide eine gefühlte Katastrophe werden. Mit etwas Abstand war die Leistung in meinem Rennen nicht ganz so schlecht aber zufrieden fühlte sich anders an.
Beim Vulkanbike Eifel Marathon wechselte ich im September auf die Kurzstrecke, um ein Rennen all-out fahren zu können. Gemeinsam mit dem P-Weg Marathon einen Tag später die letzten beiden Herausforderungen vor dem dritten und letzten 24h Rennen 2017: Gulbergen24-uurs.

Achterbahnfahrt zum Saisonende

Mit dem 9. Platz AK und 250 Watt durchschnittliche Leistung war das Rennen ein Volltreffer und das Selbstvertrauen stieg kurz vor dem letzten Highlight des Jahres. Allerdings sollte der Auftakt beim Vulkanbike Marathon allenfalls der Start einer Achterbahnfahrt zum Saisonende werden, denn bereits beim P-Weg Marathon begann das Desaster mit einem Rennabbruch aufgrund von keine Lust mehr.
Es war der Tiefpunkt der Saison. Ich startete Scheiße, fühlte mich scheiße und brach das Rennen kampflos ab. Es gab kein Aufbäumen mehr und guter Rat war teuer.

2 Wochen vor Gulbergen24-uurs stand das zweite große Highlight der Saison in den Sternen, ähnlich wie bei der 24h Mountainbike Weltmeisterschaft aber mit völlig unterschiedlichen Hintergründen.
Ich reduzierte das Training, suchte viele Gespräche und kam am Ende immer auf die eine – alles entscheidende – Frage zurück: Wie sehr willst du es? Denn jeder Zweifel ist eine Erinnerung an diese eine Frage.

Gulbergen24-uurs

Ich biss mich durch. Nahm das Training wieder auf und gab der Crew grünes Licht. Lukas Bedingung an die Teilnahme am 24h Rennen war auf einen Punkt reduziert: Du musst sicher sein, dass du die Distanz schaffst. Dein Kopf muss sicher sein. Denn mein Körper war trotz der langen Saison in Takt.
Und so veränderten wir die Ausrichtung des Rennens und ich nahm mir den Druck, in dem ich meine Podium Ambitionen auf „Ankommen“ herunterschraubte. Die Crew zog mit.

Ich wiederhole mich, aber ich biss mich durch. Verglichen mit allen anderen 24 Stunden Rennen war Gulbergen2e4-uurs 2017 das Schwierigste von allen. Die halbe Nacht pedalierte ich um den Kurs innerlich aufgebend immer weiter, weil ich meinem team keine Aufgabe zumuten konnte.
Obwohl ich mental der Situation nicht gewachsen war und mit dem Rennen fertig war, ehe es richtig ernst wurde, fuhr ich das Rennen zu Ende. Ich weiß nicht einmal wie mir das gelungen ist.
Es war ein Kampf gegen meinen Kopf und ich habe gewonnen und dabei die wichtigste Erkenntnis erfahren, die im Leben eines Ultraausdauersportlers viel wert sein wird: Es geht immer weiter. Wille schlägt alles. Und ich wollte. Ich wollte für mein Team, dass sich während der Nacht den Allerwertesten abgefroren hatte.
Am Ende war es Platz 6 und damit sogar ein versöhnliches Ergebnis, zumal die Abstände nach vorne überschaubar waren.

Desaster bei Hamburg-Berlin?

Die Saison wollte ich danach in Ruhe ausklingen lassen. Mit dem Coffeechains Social Ride und abschließend mit Hamburg-Berlin einem knapp 300km Einzelzeitfahren im RTF Charakter.

Das Hamburg-Berlin mit einem Defekt endet war für mich zum Saisonende schwer auszuhalten, letztendlich schloss sich so aber der Kreis einer insgesamt erfolgreichen und sehr schönen Saison.
Sportlichen Erfolg gab es mit dem Podium bei der Mountainbike Weltmeisterschaft, dem vierten Platz bei der Night on Bike und dem sechsten Platz bei Gulbergen24-uurs in meiner Paradedisziplin. Darüberhinaus war der neunte Platz beim Vulkanbike Eifel Marathon auch erfolgreich.
Mit dem letzten Drittel der Saison habe ich viele Erfahrungen gesammelt, die man ungerne erfahren möchte. Die mir aber helfen werden. Ich weiß jetzt, dass man immer 24h Rennen fahren kann 🙂

Neue Wege, neue Ziele

2017 war für mein sportliches Dasein ein prägendes Jahr. Mit dem Wechsel zum STAPS Institut hat sich meine Sicht und Einstellung zum Training komplett verändert; ich betrachte meine Entwicklung ganzheitlicher und merke wie mein Niveau steigt.
Ich habe gelernt, dass körperliches Training alleine noch keinen guten Radrennfahrer ausmacht und die mentale Komponente kennengelernt, die viel mehr über Sieg oder Niederlage entscheidet. Mit Arne Bentin von Sportlab AB habe ich endlich eine kompetente Person gefunden, die meine Stoffwechselproblematik diagnostizieren und hoffentlich bald therapieren kann, so dass ich 2018 auch wieder Richtung Idealgewicht arbeiten kann.
Die Quintessenz aus dieser Saison lässt sich plakativ in einen Satz formulieren: Es ist noch nicht vorbei.

Fazit



Zwei Bilder die meine Emotionen 2017 gut visualisieren. Kaffee, Radsport und Liebe. Es war ein tolles Jahr und ich freue mich jetzt schon auf die neuen Abenteuer im kommenden Jahr. Ride hard, ride fast. And don’t forget your coffee.

#wemboFinale Geschafft – Daniel wird WM-Dritter!

Zwei Wochen sind vergangen seit dem ich bei der wembo 24h Mountainbike Weltmeisterschaft 2017 in Finale Ligure den dritten Platz erreicht habe und auf dem Podium der Siegerehrung bei der Weltmeisterschaft gestanden habe. Gemeinsam mit Weltmeister Elias van Hoeydonck (Belgien) und dem Vize Weltmeister Peter Piazza (Italien) in meiner Altersklasse. Zeit, um dieses bisher einmalige Erlebnis in einen Rennbericht zu fassen.
Um kurz vor acht Uhr, noch etwas über zwei Stunden zu gehen, war ich mir sicher den 3. Platz gewinnen zu können. Ansgar teilte mir mit, dass er Parutto gesehen habe wie er sich umgezogen hätte. Von hinten fuhr Pellegrini zwar konstant weiter aber mit Zeiten konstant über einer Stunde war er keine Gefahr mehr bei 2 Runden Vorsprung.
22:50 Ich war k.o. Natürlich wäre ich weitergefahren, hätte ich es gemusst.

#Und das ich mit der Pause zwei Stunden vor Rennende sowohl die Top50 Platzierung als auch meinen Vorsprung auf Martin Staiger einbüßte und damit nur zweitbester deutscher Fahrer werde, nahm ich billigend in Kauf. Ich war WM-Dritter und musste dafür zwei Stunden vor Rennende nichts mehr machen, außer um kurz vor neun Uhr in meine 26. und letzte Runde fahren, um dann um 10 Uhr im Ziel feuern zu können.

Entsprechend gelöst war die Stimmung in der Crew, es war ein tolles Gefühl den Erfolg bereits jetzt feiern zu können. Als Dankeschön für alles habe ich Ansgar eingeladen mit seinem Media Rad die letzte Runde Videographisch festzuhalten. Stolz wie Oskar bereitete er sich vor, den WM-Dritten zu begleiten.
Guck mal, mein letzter Riegel! 😀
23:54 Leider war es Ansgar aufgrund eines technischen Defekts nicht vergönnt die gesamte Runde mit mir zu fahren, weil ich nicht warten wollte. Irgendwie hatte ich noch immer Schiss den dritten Platz zu verlieren. Also machte ich 2/3 meiner letzten Runde dann doch alleine.
Ich schob Toboga fast in Tränen aufgelöst hoch. Oben angekommen wusste ich, dass ich alles geschafft habe. Mit einem breiten Grinsen und Jubelschreien ging es hinab in den Rumpeltrail. Du musst das jetzt alles noch ein letztes Mal genießen dachte ich mir.


23:57 Maren hielt Ausschau und der Rest der Crew jubelten mir bei der letzten Toboga Durchfahrt zu. Ich glaube noch nie Zuvor gab es derart strahlende Bilder von mir nach einem Rennen.
WM-Dritter!

Podium bei der wembo 24h Solo Mountainbike Weltmeisterschaft 2017


Ihr könnt euch nicht vorstellen, was das für ein Gefühl nach dem Rennen war. Ich war fix und fertig und trotzdem voller Glücksgefühle. Noch heute bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich daran denke.

Auch die Siegerehrung, meiner allererste, werde ich nie vergessen.

3rd @ wembo 24h Solo Mountainbike Weltmeisterschaft 2017

#wemboFinale Der Kampf um das Podium

Zwei Wochen sind vergangen seit dem ich bei der wembo 24h Mountainbike Weltmeisterschaft 2017 in Finale Ligure den dritten Platz erreicht habe und auf dem Podium der Siegerehrung bei der Weltmeisterschaft gestanden habe. Gemeinsam mit Weltmeister Elias van Hoeydonck (Belgien) und dem Vize Weltmeister Peter Piazza (Italien) in meiner Altersklasse. Zeit, um dieses bisher einmalige Erlebnis in einen Rennbericht zu fassen.
Nach über 13 Stunden hatte ich bereits 17 Runden auf meinem Konto und damit alle selbstgesteckten Ziele in meiner Hand: Top 10 Ak, Top 50 Gesamt, 30 Runden und 300km. Trotz der Pausen lag meine normalized power noch über 200 Watt und ich mental war ich im Modus Runde für Runde zu denken.
Dabei war die Runde für mich bereits mit dem Erreichen von Toboga Uphill beendet, eingetütet wie ich es im Selbstgespräch nannte. Der folgende Rumpeldownhill mit den Gegenanstiegen zählte nicht und kostete deswegen auch keine Kraft. Keine Ahnung wie ich das mental so steuern konnte aber es funktionierte bis zum Rennende perfekt. Das letzte Drittel des Kurs lag mir am Besten und hier holte ich Runde um Runde mächtig Zeit raus.

Der Kampf ums Podium beginnt

In den Runden 15,16,17 lief das Rennen langsam aber sicher zu seinem Höhepunkt. Im Rennen selbst habe ich gespürt, dass die entscheidende Phase begonnen hat. Für mich galt aber Platz 5 zu verteidigen und mich abzusetzen. Mit mehr beschäftigte ich mich nicht.

Es war kurz vor 1 als ich zur zweiten Pause anhielt, wie wir nach Stint 1 besprochen hatten, veränderten wir die Taktik auf 8-5-3-Ende, um den anspruchsvollen Kurs Tribut zu zollen.
14:28:00 In der 18. Runde lag ich auf Platz 4, wenige Minuten hinter Parutto auf 3 und mit zwei Runden Vorsprung auf unsere Verfolger. Der Franzose Trochon verabschiedete sich aus den Top 5, als er eine Schlafpause einlegte.

Auch für die Crew begannen schwere Stunden. Während ich mich durch die Bewegung wach halten konnte, mussten Chrissie und Co. alle 50-60min voll fitt sein, um die Verpflegung zu meistern und ggf. Informationen aufzunehmen.
Besonders schwierig ist das Erkennen der Fahrer in der Nacht, aufgrund der blendenden Scheinwerfer und absoluter Dunkelheit.
15:19:25 Platz 3 mit sieben Sekunden Vorsprung. Startnummer 119 greift in der 19. Runde das Podium an. Mit einer 51min Zweit (Parutto 1:18h) greife ich an ohne es zu Wissen.

Die Crew feiert in Toboga. Ich genieße die Stimmung dort jede Runde. Gänsehaut und Adrenalin Schub inkl.

16:40:21 Ich bin fix und fertig. Schiebe alle Anstiege und möchte nur noch schlafen. Meine Crew ist froh mich zu sehen, bin ich doch fast 20min langsamer gefahren als gewohnt.
Ich halte kurz an. Während alle in Extase sind und mir erzählen ich liege auf Platz 3 kontere ich auf meine eigene Art:

Setzt mich nicht noch mehr unter Druck. Verdammt. Ich will Platz 5, lasst mich in Ruhe. (Daniel Lambertz, nach 16:30h Renndauer um 03 Uhr in der Nacht.

Während mich in München die Nachrichten über Platz 5 und 3 seinerzeit mächtig pushten und in ein emotionales Hoch brachten, waren die Nachrichten jetzt wirklich nebensächlich.
Ich war leer.
Ich muss irgendwie die Nacht überstehen, noch zwei Runden dann wird es hell sagte Johannes und sollte nicht Recht behalten.
18:57:54 Zwei weitere Runden schleppte ich mich um den Kurs. Während Parutto in meiner Pause seinen Rückstand auf 10′ verkürzen konnte, war ich im folgenden trotz Rundenzeiten über 58:22 und 1:19h jeweils über 10 Minuten schneller und baute den Vorsprung auf 30 Minuten nach 22 Runden aus. Hell war es noch immer nicht und wir hatten es bereits nach 5 Uhr in der Früh.

19:59 Mein Team war mit allen Mitteln gewaschen und wusste sich zu helfen. Von wegen Platz 5, das Team entschied ich muss das Podium verteidigen. Während sie mich kommen saßen, haben sie kurzerhand alle möglichen Sitzplätze belegt und Marko vom Eulenexpress um Hilfe gebeten. Während Marko mir irgendwas von Training erzählte und kämpfen, merkte ich nicht einmal, dass man mich zum Weiterfahren motivieren wollte. Angeblich habe ich Marko mit nem Riegel abgeworfen und bin weiter. Meine Erinnerung ist weg.

Ich war knapp 30min schneller als Parutto, der nach 23 Runden das Rennen aufgab.
21:02 Die Taktik meines Team funktionierte und ich fuhr zwei Runden um eine Stunde und konnte damit den Abstand zu Parutto vergrößern und der hereineilende Pellegrini überholte zwar Parutto kam mir aber nicht mehr gefährlich nahe.
Drei Stunden vor Rennende begannen die Hochrechnungen. Bei fast 90 Minuten Vorsprung und Rundenzeiten um eine Stunde sollten zwei weitere Runden für das Podium ausreichen.


Ich begann mich mit Platz 3 auseinanderzusetzen, auch wenn ich daran (auch wegen meiner Erfahrung aus München) noch nicht glauben wollte.

You are not solo! #wemboFinale

Die wembo 24hr Solo Mountainbike Weltmeisterschaft 2017 ist Geschichte und ich habe mit dem dritten Platz in meiner Altersklasse persönliche Sportgeschichte geschrieben. Ihr durftet vor dem Rennen bei meinem WM-Tagebuch, während des Rennens im Liveticker und nach dem Rennen in meinem ausführlichen Rennbericht die Weltmeisterschaft hautnah miterleben. Was für euch wie eine wahre Meisterleistung eines Einzelnen anmutet ist in Wahrheit eine fabelhafte Teamleistung, ohne diese kleinen Rädchen wäre der Erfolg niemals möglich gewesen. Und das ist meine persönliche Danksagung an die Coffeechains Gang!
Was war das für ein unglaubliches Rennen. Direkt danach sind alle Emotionen in mir zusammen gefallen. Das Gefühl werde ich so schnell nicht mehr vergessen, wie eine Gänsehaut der nächsten jagte und ich einfach nur das Gefühl des Erfolgs genossen haben.

Emotionen, Emotionen, Emotionen. Bei diesem Bild kommen mir heute noch immer die Freudentränen.

Aber ich habe diesen Erfolg nicht alleine eingefahren. Es war mein Team, dass mir den Weg geebnet hat. Nicht nur das Team vor Ort, um Team Manager Ansgar, Maren, Chrissie, Johannes und meine beide wertvollsten Schätze Hasi und Basi, sondern auch Tina, Sandra, mein Vater sowie Physiotherapeut Jarmo, Fitnesstrainer Torsten und Radcoach Lukas sind wichtige Säulen des Erfolgs. Genauso wie Sponsoren GripGrab, Sponser und die MTB Fahrtechnik Schule Mac Hartmann. Aber der Reihe nach.

Danke Lukas, Jarmo und Thorsten

Lukas traf ich im Dezember 2016 kurzentschlossen, nachdem ich zuerst mein Training selbst in die Hand nehmen wollte aber ziemlich schnell eine methodischen Grenzen erfahren habe. Nach zwei jähriger Stagnation habe ich mir durch eine neue Partnerschaft einen Trainingsschub erhofft.
Ich glaube Lukas war im Dezember nicht allzu hoffnungsvoll was die Weltmeisterschaft anging, denn meine Form war desolat. Wohl auch, weil rückwirkend betrachtet, meine große Schwäche in den vergangenen Jahren zu wenig trainiert wurde. Lukas stellte mein Training auf den Kopf und ich setzte mit Freude die neuen Ziele um. Zuweilen war das Trainingsprogramm bestimmt nicht einfach, aber Lukas fand einen guten Spagat aus gezieltem Schwächetraining und mir spaßbringenden VLaMax Einheiten.
In dem halben Jahr haben wir uns auch immer besser kennengelernt und die letzten Wochen vor der WM waren durch Zuversicht geprägt. Ich bin froh, dass ich mit STAPS im Allgemeinen und Lukas im Besonderen eine perfekte Trainingsbetreuung gefunden habe.
Lukas hat mir eine andere Sicht auf mein Training gezeigt und insbesondere das Zusammenspiel von Training, Belastung und Ernährung neu interpretiert. Zudem konnte er positiven Einfluss auf mein Selbstvertrauen nehmen und führte ich so nicht nur zu einem neuen Vo2Max Bestwert, sondern auch aufs Podium der Weltmeisterschaft!
Jarmo und Thorsten sind nicht minderwichtig. Während mir Jarmo regelmäßig die Problemzone Becken behandelt und nahezu wöchentlich die rechte Beckenseite einrenkt, sorgte Torsten für ordentlich Kraftzuwachs im letzten halben Jahr und ordentlich Stabilität im Rücken und Beckenbereich. Besonders das Abschlusstraining gab mir noch einmal einen Schub, der wichtig für das erfolgreiche Abschneiden bei der WM war!

Insbesondere durch die fast täglichen Termine bei Jarmo, nach dem Sturz in Willingen, verdanke ich überhaupt die Teilnahme an der Weltmeisterschaft. Besonders schön ist es, dass die Schmerzen bei Jarmo größer waren als die, die ich bei der Weltmeisterschaft erlitten habe!

Ansgar, der eigentliche Garant für den Erfolg

Ihr alle habt Ansgars Rolle im Hinblick auf meine Motivationsfähigkeit, Trainingsleistung und Engagement glaube ich nie in ihrer Ganzheit bemerkt. Ansgar ist kein Mann der lauten Töne, ordnet sich gerne dem Team und Vorhaben unter aber ist mit einem Engagement bei der Sache, dass bei mir einfach unendliche Dankbarkeit ausgelöst hat.
Während der WM-Vorbereitung hatte ich selten Motivationsprobleme, seit dem 07. Februar eigentlich gar keine mehr. Und das ist Ansgar zu verdanken. Ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass der 37. Tag meiner WM-Vorbereitung der wohl entschiedenste für den Erfolg in Finale Ligure war.

Ansgar hatte an diesem besagten Dienstag mich an einem Punkt berührt, der mich die nächsten 113 Tage im Training einfach beflügeln sollte. Es war der erste Tag an dem ich wirklich keinerlei Lust verspürte mein Training umzusetzen. Ich war müde, genervt und hatte kein Bock. Im Austausch mit Ansgar versuchte dieser mich zu motivieren, was eine Kunst für sich darstellt, wenn ich erst einmal zur Diva gewandelt bin.
Zu allem Überfluss war der Schaltzug meines Rennrads gerissen, als ich das Training auf der Rolle beginnen wollte. Und mit 53/30 war kein Training denkbar. Und dann kam der entscheidende Moment, Ansgar bot sofort an zu kommen (immerhin 30min Autofahrt), um den defekt zu beheben, damit ich trainieren kann.
Ich war tief berührt, denn Ansgar war bereit alles mögliche für unser Ziel zu unternehmen. Meine Reaktion veränderte mein gesamtes, fortlaufendes Training. Ich zog mich an und trainierte eine ziemlich herausfordernde EB-Intervalleinheit im strömenden Regen mit eisigem Wind und war danach ein neuer Mensch.

Trainieren für dieses eine große Ziel am 02. Juni diesen Jahres, wo ich nicht nur für mich Solo fahre, sondern für mein Team! Alle bringen Opfer, da gibt es kein #mimimi wegen Regen, zu kalt, Rolle kaputt oder was auch immer! (Daniel Lambertz, 07.02.2017)

Ich glaube an diesem 07.02 sind wir noch enger zusammen gerückt. Unvergessen bleiben aber auch diverse Trainingseinheiten, die Ansgar begleitet hat.
Und in Finale Ligure war Ansgar meine zweite Hand. Er kümmerte sich perfekt um meine Belange, war für alles Feuer und Flamme und pushte mich letztendlich in jeder Runde aufs Neue.
Das er vor der WM die Räder perfekt vorbereitet hat, während des Rennens für alles eine Lösung hatte und auch sonst alle wichtigen Rädchen im Auge behalten hat ist ein großer Verdienst.
Ich könnte noch einen ganzen Roman darüber schreiben, wie sehr Ansgar immer geholfen hat. Aber die Coffeechains Gang ist mehr als nur Ansgar. Aber Ansgar hat seine Rolle als Team Manager perfekt angenommen!

Ohne Ansgar kein Podium. Für mich ganz klar. Danke <3

Chrissie, Johannes und die Komplexität der Ernährungslisten

So ein glutenfreier Veganer ist kompliziert. Erst Recht, wenn Coach Lukas detaillierte Ernährungsvorgaben umgesetzt haben will. Eigentlich bedarf es für die Ausführung der Verpflegung des Fahrers eine Ausbildung zum Ernährungsberater.

Aber wir haben Chrissie in der Gang! Ohne jemals zuvor eine Gel-Tüte in der Hand gehalten zu haben oder ohne Kenntnisse der genauen Inhaltsstoffe jonglierte sie mit Sponser Liquid Energy, BCAA, Pea Protein, diversen Riegeln und Flüssignahrung als wäre es das Einfachste auf der Welt.

In der Teambesprechung schaffte es Ansgar meine Vorstellung von Verpflegung soweit runter zu brechen, dass Chrissie das Konzept verstanden hat. Letztendlich geht es für die Betreuer um die Makronährstoffe Kohlenhydrate und Proteine, da ich im Rennen eigentlich mehr lowFat unterwegs bin 😀
Chrissie war perfekt vorbereitet und letztendlich scheiterte das ausgeklügelte Konzept daran, dass der Mann auf dem Rad nicht soviel trinken konnte, wie die Schwester wollte, weil der Bruder das vor dem Rennen so gesagt hat 🙂

Johannes, der vor den Rennen extrem neugierig war, zeigte sich während des Rennens hochkonzentriert und verlinkte sich mit meinem Gehirn und stand – in den wenigen Pausen – ständig mit den richtigen Lebensmitteln auf einem Tablet neben mir. Habt ihr schon mal minutenlang Kilos von Wassermelonen mit gestreckten Arm gehalten? Ich nicht, aber ich weiß wie sich das anfühlt, waren die unkontrollierten Muskelzuckungen bei Thorsten im Training immer Anzeichen für eine drohende Ausbelastung.

Außerdem zeigte sich Johannes das ein oder andere Mal als guter Sprinter, rannte er bei verpassten Übergaben (waren es 2 oder doch nur eine?) hinter mir her. Ansonsten war Johannes der Mann fürs Wasser. Eine Freude in jeder Runde für mich, endlich Abkühlung.
Ihr beiden seid ganz spontan ins Team mit dazu gestoßen und hattet mit Radsport gar nichts am Hut. Und spätestens seit der Siegerehrung weiß ich, dass meine Leistung sogar meine Schwester extrem besprüht hat 😀 DANKE, dass ihr bei dem Abenteuer dabei wart. Danke auch für die Tage davor und für die Rücksichtnahme, dass (leider) nicht alles so klappte wie gedacht und trotzdem alles funktionierte wie es sollte.

Und Johannes, der Mann der Liegestützen, hat natürlich eine Radfahrt auf dem Mountainbike gut. Wir werden in diesem Sommer davon berichten!

1000 Leute verfolgen das Geschehen Dank Maren und dem Liveblog

Noch Platz im Auto und gute Laune kann man immer gebrauchen. Während ich mit Maren hinter den Kulissen über ein Engagement in der Coffeechains Blog Gang verhandelte, reifte auch die Idee eine rheinische Frohnatur mit nach Italien zu nehmen.
Die richtige Entscheidung wie ich spätestens seit Willingen wusste. Maren sorgte für gute Laune, war immer ansprechbar, hilfsbereit und für die Ruhe vor dem Rennen zu haben.
Während des Rennens sorgte Maren dafür, dass wir über 1000 begeisterte LeserInnen mit mehr oder wenigen brandaktuellen Informationen versorgen konnten. keine leichte Arbeit, immerhin musste sie ständig zwischen Coffeechains Team Area und Mediaroom hin und her wandern.
Wer den Media Kram verwaltet, fehlt leider meistens auf den Action Fotos.
Ich bin mir nicht sicher, aber ich habe den Verdacht Maren könnte hinter dem perfiden Plan gesteckt haben, dass man mir nachts eine Falle stellte und alle Stühle versperrte, dass ich ja nicht pausieren kann und weiterfahre, weil der vierte Platz nur 20min hinter mir unterwegs war.
Leider führen meine Rechercheergebnisse nicht zur Klarheit. So oder so ich bin Maren sehr dankbar, dass sie mitgekommen ist. Maren war auch die einzige, die Regel Nummer 1 brechen durfte: Don’t touch the Champ.

Mit ganz viel Liebe, Vertrauen und Verständnis. Meine Hasis


Ein Bild sagt meistens mehr als tausend Worte. Wie immer sind die Hasis da und schauen zu ohne sich in den Prozess einzumischen. Für mich mental so wichtig, sie kurz zu sehen. Der kurze Austausch, zwei Sätze und ein Winken und die Zeit nach dem Rennen dann genießen.

Aber meine beiden Hasis bin ich auch über das WM-Rennen hinaus dankbar. Fulltime Job und WM-Vorbereitung verschlingen eine Menge Zeit, ohne das Verständnis und gegenseitige Vertrauten wäre dieses Vorhaben niemals zu bewerkstelligen gewesen. Es ist nicht immer einfach und leider waren hin und wieder Abstriche notwendig.

Don’t forget your roots: Danke Sandra, Tina und Papa

Nicht mehr dabei aber trotzdem unvergessen. Danke Tina und Papa, dass ihr bei meiner Premiere in Gulbergen 2015 den Grundstein für das gelegt habt, was ich jetzt erreicht habe. Danke Sandra für deine kurzfristige Begleitung 2016 in München und später in Gulbergen.

Coffeechains Gang, München 2016

Bereits damals seid ihr für die erfolgreiche Premiere und den knapp verpassten Podestplatz in München mitverantwortlich gewesen und habt mich angefeixt auf der Ultralangdistanz weiter anzugreifen.

Danke für das Vertrauen an Sponser, GripGrab und Mac Hartmann

Sponser, GripGran und Mac Hartmann gehört genauso der Dank. Mit dem Sponser Competition Ultra habe ich das neue Getränk der Schweizer mit nach Italien nehmen dürfen. Auf Maisstärke Basis für ultralange Distanzen entwickelt schmeckt der Drink weniger süß und kann bis zu 80gr Kohlenhydrate pro Liter liefern. Gemeinsam mit den Sponser Liquid Energy und Liquid Energy BCAA Gels bestand der Großteil meiner Wettkampfnahrung von unserem Co-Sponsor.
Die GripGrab Sacks sorgen für ein angenehmes Fußklima und weniger Reibung im Schuh auch über 24 Stunden. Mit dem GripGrab Racing und Vertical hatte ich zwei Langfinger Handschuhe im Einsatz, die nicht umsonst Eurobike Award 2016 Prämien eingefahren haben.
Bereits 2016 fuhr ich mit dem GripGrab Racing Vorgänger Modell meine 24h Rennen und im Vergleich zu München haben sich die Blasen an den Handinnenflächen reduziert, obwohl der Kurs um einiges fordernder war als das 24h Race München.
Denis, dir gehört ganz besonderer Dank! Das Podium in Finale Ligure habe ich auch aufgrund meiner starken Downhill Performance erreicht. Das ich für meine Verhältnisse richtig schnell die Trails herunter gefahren bin, habe ich dir und deinem individuellen Kurs zu verdanken. Ich war wesentlich gelassener, meine Haltung effizienter und die Kontrolle des Rads besser als vor deinem Fahrtechnik Training.

You are not solo

Nein, ich möchte keine Leistung nicht klein reden. Ich kann eine Leistung gut einordnen und alleine die Müdigkeit zwei Wochen später zeigt mir, wie sehr ich an meine Belastungsgrenze gegangen bin,
Aber um eine perfekte Leistung am Tag X abrufen zu können, bedarf es eben mehr als nur einen trainierten Fahrer. Man braucht ein Team vor, während und nach dem Rennen.
Und wenn ich euch sage, dass wir nach der WM alle zu müde waren für eine Feier, dann zeigt das ebenso wie hoch die Anspannung im Team war. Wie sehr jedeR alles für den Erfolg gegeben hat und wie anstrengend „nur“ die Betreuung eines Fahrers während eines 24h Rennens sein kann.

Danke. Danke. Danke.

#wemboFinale Eine Nacht voller Unvernunft

Zwei Wochen sind vergangen seit dem ich bei der wembo 24h Mountainbike Weltmeisterschaft 2017 in Finale Ligure den dritten Platz erreicht habe und auf dem Podium der Siegerehrung bei der Weltmeisterschaft gestanden habe. Gemeinsam mit Weltmeister Elias van Hoeydonck (Belgien) und dem Vize Weltmeister Peter Piazza (Italien) in meiner Altersklasse. Zeit, um dieses bisher einmalige Erlebnis in einen Rennbericht zu fassen.
Dank meiner Frau, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort wichtige Informationen vom Streckenrand aufnehmen konnte, konnten wir den Stint 1 verkürzen und meine Beine von den Qualen des dicken Gangs erlösen.
Der Hinterrad Defekt zum Ende des ersten Stints hat mir drei Runden lang verdammt viel Energie aus den Beinen gezogen, denn mit 32/36 ließ es sich wirklich nur sehr schwer die über 20% steilen Rampen hinauf kriechen.
Im Nachgang betrachtet wäre sicherlich schieben schonender gewesen. Aber nun gut. Die Pause zogen wir eine Runde vor, nachdem das erste Anhalten zum Beheben des Defekts nichts nutzte. Letztendlich war ein Stein schuld, der einen Zahn des 40er Ritzel verbog.

Die erste Pause oder einfach mal Abschalten

Alles war angerichtet als ich angehalten bin. Mir wurde vom Rad geholfen, mein Stuhl stand parat und alle wollten mir alles gleichzeitig geben. So lieb aber ich brauchte nur eins: Ruhe 😀
Mein Team verstand und gab mir ein paar Minuten zum durchatmen. Im folgenden erklärte ich, dass ich nicht mehr die Kohlenhydrate so einfach aufnehmen kann und extreme Schwierigkeiten habe meinen Magen aufrecht zu erhalten. Wir änderten die Ernährungsstrategie auf Wasser und Riegel, also 40gr KH statt 100gr mit dem Risiko, dass ich mich leer fahre.

Während ich Wassermelone, Datteln und Wasser in mich hinein stopfte, bereitete Ansgar das Rad für die Nacht vor. Außerdem wechselte er das Hinterrad, da die Schaltungsprobleme anhielten. Leider vergas Ansgar Regel Nummer 2 „Stelle keine Entscheidungsfragen im Rennen“ und wechselte aufgrund meiner Antwort nicht auf das kleinere Kettenblatt, obwohl dies nach den vielen Runden mit extremer Kraftbelastung sehr sinnvoll gewesen wäre. Ich wollte das nicht. Warum? Das kann ich mir im Nachgang auch nicht erklären.
Das neue Hinterrad sollte am frühen Morgen dann mit 28 lockeren Speichen gegen mein Carbon Race LRS zurückgetauscht werden, Aluminium ist den Bedingungen des Kurs nur bedingt gewachsen gewesen.
09:49:21 Nach der Pause ist mein oberstes Ziel wieder in den Rhythmus zurück zu finden. In der 13. Runde war dies wirklich schwer. Meine Beine haben mehr unter den technischen Defekt gelitten als ich wahr haben wollte. Also teilte ich der Crew mit, dass wir eine Runde später auf das 30er Blatt wechseln werden.

Zudem wollte ich keinerlei Kohlenhydrate mehr über meine Flasche aufnehmen, sondern stattdessen erstmal Wasser trinken. Mein Bauch rebellierte immer weiter. Anstatt Gels stellten wir auf feste Nahrung um, Riegel gingen relativ gut.
10:45:42 Kurz vor der Halbzeit also der Boxenstop auf das kleine Kettenblatt. Mit 56:21 war der Stopp im Rahmen und ich verlor nicht viel Zeit, trotzdem wuchs der Rückstand auf Platz 3 auf über 35 Minuten an. Der Franzose Trochon war ebenfalls auf Platz 4 liegend noch vor mir.
Allerdings war ich zu diesem Zeitpunkt mehr damit beschäftigt den Abstand nach hinten auf die Plätze 6-7 zu halten, die ebenfalls 14 Runden gefahren sind und nur wenige Minuten hinter mir lagen.
11:33:50 Mit dem kleinen 30er Kettenblatt lief alles etwas flüssiger und ich war nochmal in der Lage Rundenzeiten unter 50min zu fahren, während Pellegrini Runde um Runde zehn Minuten langsamer fuhr. Ich holte also auf Platz 4 und 3 auf ohne es zu Wissen.
Ich wusste, dass ich nicht ganz schlecht auf dem Kurs liegen kann. Zwar war bergauf das Tempo futsch aber ich wurde nicht häufig von meinen AK Kollegen überholt, einzig die Profis und 2er Teams überholten mit ordentlich Tempoüberschuss.
Aber es war nicht einfach und schier ein unglaublicher Kraftakt Runde um Runde die Kraft am Berg aufzubringen.
Dafür war ich bergab weiterhin schnell, sehr schnell. Immer wieder stellte ich die Fahrer, die mich zuvor am Berg überholt haben. Hier galt für mich die Devise, wenn du schneller unten bist, tut es weniger lang weh 😀

12:25:23 Besonderen Spaß hatte ich mit der Lupine Beleuchtung, die mir das ein und andere Mal ein Lächeln ins Gesicht zauberte: Daniel führt die Gruppe an, alle machen ihre Lampe aus. Daniel nimmt Lupine auf Stufe 1 und sieht ausreichend, alle müssen aber ihre Lampe wieder anmachen. Daniel fährt auf Gruppe auf und stellt Lupine auf Stufe 4, die langsamen Fahrer machen sofort Platz.

Das ganze ganz bequem mit beiden Händen am Lenker, da die Fernbedienung das ultimative Gadget ist.
Meine Rundenzeiten lagen zur Rennhälfte weiterhin um 50min und ich konnte langsam aber stetig auf meine Vordermänner aufholen, während der Abstand nach hinten wuchs.
13:20 Ich hatte im Rennen ein gutes Gespür für die Lagesituation. Gegen Mitternacht brach eine entscheidende Phase an, viele Fahrer waren deutlich von den Strapazen gekennzeichnet. Ich auch. Trotzdem konnte ich bis auf wenige Ausnahmen am Berg ganz gut hochfahren, dass sparte Zeit zum Schieben und ich blieb im Rhythmus.

In den letzten drei Runden konnte ich mich auf Platz 4 vorarbeiten und den Absatz auf den dritten, Francesco Parutto, Runde um Runde verkleinern, während der Abstand auf Rang 5 bereits 2 Runden betrug.

#wemboFinale Ab aufs Rad und rein in den Rhythmus

Zwei Wochen sind vergangen seit dem ich bei der wembo 24h Mountainbike Weltmeisterschaft 2017 in Finale Ligure den dritten Platz erreicht habe und auf dem Podium der Siegerehrung bei der Weltmeisterschaft gestanden habe. Gemeinsam mit Weltmeister Elias van Hoeydonck (Belgien) und dem Vize Weltmeister Peter Piazza (Italien) in meiner Altersklasse. Zeit, um dieses bisher einmalige Erlebnis in einen Rennbericht zu fassen.
Den Lauf überstanden und keine schweren Beine, kein Puls auf Anschlag und trotzdem relativ gut positioniert. Zumindest war so mein Gefühl. Und endlich ging es aufs Rad und ich war sofort in meinem Element.

Trotz des beschwerlichen Laufs und meinen Umknickern blieb ich im Fokus und ging konzentriert aufs Rad. Ich überholte, wo es notwendig war und agierte ansonsten defensiv.
Nach dem wir an der Expo Bühne und durchs den hinteren Teil des Fahrerlagers gefahren sind kamen wir an der Strecke raus, die ich abgefahren war. Aber hier war der Verlauf anders als angenommen und wir fuhren über einen Umweg zurück zur Expo Area, um dann zur Überraschung vieler, auf die Teamstrecke abzubiegen.
Es folgte ein langer Trail inkl. Stufe, sowie der erste knackige Uphill. Insgesamt waren wir knapp 7:30min unterwegs, bis wir wieder an der Expo Area waren und auf die bekannte Strecke abbogen. Ich wusste, dass ich in dem folgenden Anstieg angreifen musste.
Der erste Anstieg ist nicht steil und lag mir und die folgende knackige Trailpassage war lang und hier konnte man bereits erste Abstände rausfahren. Und so war es auch.

Die folgenden 5km kannte ich und wusste genau, dass es zum Ende beim Toboga Uphill das erste Mal anstrengend wird. Anders als mit dem Grand Canyon hatte ich mit dem Canyon Lux hier auch große Probleme hoch zufahren, weil die Kraftübertragung eines Fullys nicht mit einem Hardtail vergleichbar ist.
Außerdem war die Strecke voll und die Ideallinie vergeben und wenn einer absteigt, dann steigen eben alle ab.
Außerdem hielt sich an zwei Stellen der Zeitverlust in Grenzen und die Kraftersparnis beim Schieben war gewaltig, danach folgte ein weiterer neuer Streckenabschnitt, der mir extrem lag. Ein toller Rummel Downhill mit Felskantenüberfahrung und zwei steilen Rampen. Nach einem 180 Grad Turn ging es dann leicht steigend zu Toboga zurück und im Stadion kam es in den ersten Runden zu packenden Duellen.

Ein Überholvorgang in Serie

Fokus, Ruhe und Rhythmus. Daniel startet gut ins Rennen

48:57min Zum ersten Mal ging es mit dem Rad an der Teamarea vorbei. Altah, ein Gänsehaut Moment.

Beste Gang der Welt.
Die Übergabe funktionierte und das letzte kleine Fragezeichen für mich zur Nebensache geworden. Anders als in Gulbergen wusste ich, dass ich mich jetzt nur noch aufs Radfahren konzentrieren muss.
2:10:35 Erinnerungen an München werden wach, denn wieder war früh im Rennen ein Baum im weg. Allerdings konnte ich diesmal durch den Baum fahren, allerdings auf Kosten meiner Brille. Wie erklärt man das in 15 Sekunden Gesprächszeit seiner Crew, die wiederum auch möglichst viel in knapper Zeit mitteilen will? Einfach reden.

2:52:31 Irgendwas rappelt da komisch, stelle ich beim Schieben hinauf zu Toboga fest. Richtig, mein Sattel lässt sich nach vorne und hinten bewegen. Verdammt. Also Meldung machen an der Box, die wild gestikulierend da steht… Ach ja… die neue Brille. Scheiß auf die neue Brille, ich brauch ne neue Sattelstütze. Aber Ansgar ist nicht da. Also weiter und eine Runde später wechseln.
3:34:00 Maren sagt mir, dass Ansgar bereit steht. Ich springe vom Rad und schneller als ich gucken konnte war die Stütze drin. Brille bekam ich jetzt auch, inkl. der Frage warum ich die nicht vorher genommen habe. Aber der Fokus war doch woanders… Ich nutze die Zeit zum durchatmen und weiter gehts.

Blöderweise war der Sattel in der Grand Canyon Höhe eingestellt, weil nicht die Sitzhöhe sondern Einstecktiefe verwendet wurde… Anfängerfehler und wurde eine Runde später korrigiert.

Im Flow bei der 24h Solo Mountainbike Weltmeisterschaft

4:16:15 Die ersten 6 Runden waren schnell vorbei. Mit 40:28, 41:10, 41:56, 42:07 und 41:37 (trotz 45 Sekunden Stützentauschs) war ich gewohnt konstant unterwegs. Gemeinsam mit Martin Staiger, der am Ende bester Deutscher werden sollte. Diesen Platzierungskampf hatten wir nicht auf der Liste, deswegen habe ich Martin diese Ehre kampflos überlassen.
Unsere Gesprächsthemen beschränkten sich auf seine Karrtoffelspeisen und meinem Quinoa Wahnsinn. 😀
Mit Martin Steiger in Toboga.
Ansgar konnte mir kurz die Höhe richtig einstellen und dann hatte ich auch die Schnauze voll von defekt.
05:43:46 Das Rennen ist langsam in der Entfaltung, ich fühle mich gut und ohne eine Platzierung zu wissen fühle ich eine Zielerfüllung. Ich bin mir sicher in den Top10 meiner Altersklasse zu fahren.

Allerdings fällt es mir zunehmend schwerer meine Flasche zu trinken. Es gibt nicht viele Möglichkeiten sich auf der Strecke zu verpflegen und entweder man nimmt etwas raus und trinkt oder man erhöht den Druck und geht als Erster der Gruppe in die technischen Passagen.
Außerdem mag mein Magen nicht mehr so. Ich zwinge mich die Flaschen kurz vor der Verpflegung leer zu trinken. Aber das wird ebenfalls schwerer.

Während Christina das Kohlenhydrat Defizit errechnet, gebe ich auf dem Kurs alles. Mit 45min, 43min und 47min halte ich den Abstand zum Podium konstant, Franseco Parutto ist nicht mehr schneller.

Ein Hinterrad Defekt zermürbt die Beine

6:28:10 Das erste Drittel neigt sich dem Ende und ich fühle mich doch müder als nach dem Rocky Mountain BIKE Marathon. Das Rennen ist extrem hart. Die Strecke, die Downhills, die Anstiege und das Wetter.
Trinken, trinken, trinken…
Die Phase ist rennentscheidend. Es ist konzentrierter auf der Strecke geworden. Die Positionskämpfe werden härter ausgefochten und langsam aber sicher entwickelt sich ein Rennen. Und dann passiert es.
Mein 40er Ritzel hat einen verbogenen Zahn, nach innen. Also kann ich das 46er Ritzel nicht mehr verwenden. Ansgar ist gerade unterwegs, um mit seinem Media Moped Fotos zu machen. Hilfe ist auf der Strecke untersagt, also fährt Ansgar vor, damit er den Schaden beheben kann.
Toboga schiebe ich hoch, danach gebe ich alles. Setze alles auf eine Karte und mache mächtig Tempo und dann? Dann ist Ansgar kurz vor dem Toboga Downhill direkt vor mir. Ich glaube meine Worte waren nicht allzu freundlich, immerhin bin ich seit 8 Stunden am Rennen fahren und fahre eine Lücke gegen Ansgar zu, der zum ersten mal an den´m Tag auf dem Rad saß…
Warum Ansgar nicht die Strecke abgekürzt hat, wusste er selbst nicht. Am Ende sah ich ihn zur Team Area fahren, als ich wieder in den Weingarten Uphill zum Zielbereich abbog. Also eine weitere Runde ohne 46er und 40er Ritzel… meine Beine waren gefordert.
07:11:13 In meiner zehnten Runde konnte ich trotz des Defekts mit 43min ziemlich schnell fahren. Wahrscheinlich war ich für die Gesamtdauer des Rennens zu schnell und habe zuviel riskiert.
Letztendlich war das Team vorbereitet den defekt zu beheben.

Aber so wirklich besser wurde es nicht. Glück im Unglück war die Tatsache, dass sich meine Frau zu diesem Zeitpunkt einen tollen Ort ausgesucht hatte, um uns zuzugucken und im ersten Drittel der Strecke wartete und direkt Weitermelden konnte, dass wir die Pause vorziehen und der Schaden nochmal weiter behoben werden muss.

Mit meiner 47er Runde verlor ich gut 5min auf Parutto und bog in die erste Pause ab.

#wemboFinale Die WM beginnt mit einem Lauf

Zwei Wochen sind vergangen seit dem ich bei der wembo 24h Mountainbike Weltmeisterschaft 2017 in Finale Ligure den dritten Platz erreicht habe und auf dem Podium der Siegerehrung bei der Weltmeisterschaft gestanden habe. Gemeinsam mit Weltmeister Elias van Hoeydonck (Belgien) und dem Vize Weltmeister Peter Piazza (Italien) in meiner Altersklasse. Zeit, um dieses bisher einmalige Erlebnis in einen Rennbericht zu fassen.
10:05 Uhr: Da stand ich nun und alles setzte sich in Bewegung. Ich war noch nie bei einem Laufwettkampf, geschweige denn habe ich irgendwelche Laufambitionen. Da ein Le Mans Start auch erst vor wenigen Tagen entschieden wurde, hatte ich weder eine Strategie noch irgendeine Idee in welchem Tempo ich loslaufen sollte. Sowieso und überhaupt, zum letzten Mal joggen war ich im Frühjahr 2016. Beste Voraussetzungen.
Das Starterfeld wird erwartet.
10:06 Uhr: AHHHHHHHHHHH! Weltmeisterschaft es gibt kein Zurück!


10:07 Uhr: Locker laufen, notfalls gehen und keine unüberlegten Aktionen dachte ich mir und überholte ein nach dem anderen Fahrer, äh Läufer. Was für eine Irre Strecke. Rampe rauf, durch die Verpflegungszone.
10:10 Uhr: Trail rechts, links und auf einmal kein Weg mehr. Böschung hoch und auf einmal ein Riesen Schrei! Wir laufen in Toboga ein und die Steilkurven bergab.
10:12 Uhr Bloß nicht umknicken. Autsch, linker Fuß. Humpeln, weiter laufen. Wir laufen entlang der Verpflegungszone 2. Gleich kommen wir an der Coffeechains Gang vorbei. Vorsicht, autsch. Wieder der linke Knöchel. Johannes reicht mir geistesgegenwärtig ne Flasche. Von wegen 500m, wir laufen bestimmt schon 5km.
10:15: Gleich geschafft. Wir sind in der Wechselzone. Verdammt! Umgeknickt, heftiger Schmerz. Rechter Knöchel. Aua! Weiterlaufen… Ich sehe mein Rad. Noch 50m.

10:17 Uhr: Scheiß auf die Knöchel, jetzt ist Radfahren. Da brauchst du nur die Füße.

#wemboFinale Der Morgen bis zum Rennstart

Teil eins meines Rennebrichts über die wembo 24h Solo Mountainbike Weltmeisterschaft 2017 beginnt mit dem Morgen vor dem großen Rennen. Um Punkt sechs Uhr klingelt der Wecker und der #raceday beginnt. Es ist Weltmeisterschaft…
06:00 Uhr: Der Wecker klingelt. Eine letzte Umarmung, kurz durchatmen und dann verlasse ich das Wohnmobil. Draußen bereitet Ansgar bereits den Kaffee vor, während ich routiniert Richtung Klo und Waschbecken laufe. Alles wie immer und doch ganz anders eben.
06:05 Uhr: Über Nacht wurde die Strecke abgeflattert, nicht einmal Ansgar merkte etwas. Obwohl er immer alles hört…

06:10 Uhr: Dixi Klos haben in Italien eine besondere Schwäche, denn sie werden über die Kloschüssel gesäubert. Leider ist der Schlauch nicht dicht und die Scheiße in flüssiger Form auf dem Boden des Klos. Geile Sache morgens um 6!
06:20 Uhr: Die Waschbecken sind toll. Zähne putzen beruhigt. Gleich gibts Kaffee. Aber auf dem Weg zurück genieße ich die Ruhe. Ich höre mein herz bei jedem Schritt pochen. Heute ist ein besonderer Tag, es ist WM und ich spüre das bei jedem Schritt.

06:29 Uhr: Die Wiese am Weinhang ist noch immer nicht präpariert. Hier soll in 3,5h WM sein?

06:30 Uhr: Stuhl, Kaffee, Abstand. Ansgar weiß genau was ich brauche und stört mich nicht unnötig. Während ich versuche mich zu beruhigen, macht Ansgar das Rad startklar. Ich will nichts in den Rückentaschen und deswegen müssen Co2 Pumpe, Kartusche und Co. festgeklebt werden.

07:00 Uhr: Altah! Weltmeisterschaft. Ich bin völlig neben der Spur. Alle sind wach und aufgeregt, niemand lässt es sich mir gegenüber anmerken. ich spüre es trotzdem 😀
An Tagen wie diesen, I will be heared, Auf uns, die ganze Nacht und immer wieder bleib positiv.

Kraft, Ausdauer, Mut, Willensstärke. Willensstärke bedeutet mentale Fitness. Musik ist ein wichtiger Bestandteil für mentale Fitness.
07:30 Uhr: Noch 2,5 Stunden. Es geht los für mich. Ich beginne mein Warm Up, ausgetüftelt mit Thorsten. Zuerst mein morgendliches Blackroll Ritual, dann ein Dehn-Package aus verschiedenen Übungen für den gesamten Körper.

Ich blende alles andere aus. Menschen, Autos, Stimmen… Ich bin fokussiert. In Gedanken bin ich im Rennen. Im Rhythmus. Das Herz pocht und ich genieße diese Anspannung. Sie ist so gewaltig wie nie zuvor.

08:10 Uhr: Ich frühstücke, während ich die Fahrerbesprechung lausche. Ansgar nimmt daran teil, mein Rad hat er längst im Velodrome geparkt. Wir werden vor dem Start alles ansehen, ich will da nicht hin, möchte meine Vorbereitung nicht stören.

08:30 Uhr: Ansgar kehrt zurück. Aufregung… Musik ist während des Rennens verboten. Ich versuche das auszublenden. Ärgere ich, hatte ich doch meine Playlist bestens vorbereitet. Ansonsten das Übliche bei der Fahrerbesprechung.
08:35 Uhr: Geduldiges Abwarten, alle sind angespannt. Lockere Sprüche von mir, die alles andere als locker über die Lippen kommen. Aber ich muss locker werden. In mir ist zu viel Anspannung, zuviel Adrenalin.
08:40 Uhr: Ein letzter Gang zum Klo für 26 Stunden. Vorher meiner Schwester noch erklärt, dass sie keine Sorgen haben muss. Zum Pinkeln wird angehalten, das große Geschäft gibt es während des Rennens hoffentlich nicht. Wenn doch, halte ich an. Alles andere sind merkwürdige Geschichten und Phantasien…
08:50 Uhr: Irgendwie schaffe ich es mich zu beruhigen. Die Wiese wird gerade gemäht. Die Strecke scheint fertig zu werden. Noch 70min bis zur Weltmeisterschaft.

08:55 Uhr: Anziehen. Medjopul Datteln essen. Ich ziehe mich ins Wohnmobil zurück. Musik, Herz rasen, Gänsehaut, Tränen, Vorfreude, Aufregung… keiner bekommt das mit.
09:15 Uhr: Ansgar weckt mich aus meiner Trance. Ich verabschiede mich von meinen Hasis, letzte aufmunternde Worte ans Team und dann gehe ich los. Gehen? Ich schwebe zum Start mit den Hosen und an Tagen wie diesen im Ohr. Ansgar dient als Verkehrsregler und Beschützer.
09:25 Uhr: Ich betrete die Expo Area und bin locker. Alles andere schlucke ich runter. Du musst jetzt Ausstrahlung beweisen. Ansgar zeigt mir mein Rad und meine Schuhe. Perfekter Platz!

09:35 Uhr: Ich hab Durst und meine Flasche vergessen. Ebenso mein Nasenpflaster. Ansgar rennt los. Ich warte. Fokus, Konzentration… ich bin bereit.

09:55 Uhr: Wasser. Nasenpflaster. Alles sitzt. Ich reihe mich in den Startblock ein. Ohne Fahrrad, Arm an Arm mit den anderen. Ungewohntes Gefühl.
10:05 Uhr: Das war kein Herz klopfen, sondern der Startschuss zur wembo 24h Solo Mountainbike Weltmeisterschaft 2017…

3. bei der wembo 24h Solo Mountainbike Weltmeisterschaft 2017

Zwei Wochen sind vergangen seit dem ich bei der wembo 24h Mountainbike Weltmeisterschaft 2017 in Finale Ligure den dritten Platz erreicht habe und auf dem Podium der Siegerehrung bei der Weltmeisterschaft gestanden habe. Gemeinsam mit Weltmeister Elias van Hoeydonck (Belgien) und dem Vize Weltmeister Peter Piazza (Italien) in meiner Altersklasse. Zeit, um dieses bisher einmalige Erlebnis in einen Rennbericht zu fassen.
Damit ich nicht den Rahmen sprenge, werde ich euch mein Rennen in Häppchen servieren und in den nächsten Tagen vom Rennstart bis zum überqueren der Ziellinie 24 Stunden später in kleineren Artikeln präsentieren. Ich lade euch ein, teilzuhaben an den Emotionen, der Taktik und dem Erfolg des Teams.

wembo 24h Solo Mountainbike Weltmeisterschaft 2017

#wemboFinale Der Morgen bis zum Rennstart (Samstag ab 10 Uhr)
Der Morgen vor dem wichtigsten Rennen des Jahres ist ein besonderer Morgen und trotzdem sollte alles wie immer sein. Zwischen Aufregung, Anspannung und Entspannung. Eine zittrige Vorbereitung gefolgt von einer Gänsehaut Atmosphäre und absolutem Race Zustand. Wie ich zum Start geschwebt bin und warum ON Laufschuhe immer die bessere Alternative sind, lest ihr in meinem ersten Teil über die wembo 24h Solo Mountainbike Weltmeisterschaft 2017.
#wemboFinale Die WM beginnt mit einem Lauf (Samstag ab 18 Uhr)
Und auf einmal erfolgte der Startschuss und alles ging bzw. lief ganz schnell. Da trainiert man mehr als ein halbes Jahr auf ein Rennen und beinahe ist alles nach 500m laufen vorbei. Warum ich den Lauf überlebte und wieso ich im Nachhinein diesen Le Mans Start total toll finde könnt ihr in meinem Einschub über den Start der wembo 24h Solo Mountainbike Weltmeisterschaft 2017 lesen.
#wemboFinale Ab aufs Rad und rein in den Rhythmus (Samstag ab 20:15 Uhr)
Mit dem Wechsel aufs Rad begann das eigentliche Rennen um die wembo 24h Solo Mountainbike Weltmeisterschaft 2017. Der erste Stimmt, der längste Stint war aufregend und zugleich extrem langweilig. Ein 24h Rennen ist lang, am Anfang gewinnst du nichts. Aber du könntest alles verlieren…
#wemboFinale Eine Nacht voller Unvernunft (Sonntag ab 10 Uhr)
Mit dem Ende des ersten Stints werden Lampen mitgeführt. Die Anspannung wächst, denn mit den Lupinen Scheinwerfer kann man – Dank Bluetooth Fernbedienung – mächtig Spaß haben. Zwischen Ohrwurm und technischen Defekt hilft es nur Ruhe zu bewahren…
#wemboFinale Der Kampf um das Podium (Sonntag ab 18 Uhr)
„Setzt mich doch nicht noch mehr unter Druck!“ war meine spontane Antwort auf die Information, dass ich soeben auf Platz 3 geklettert bin. Das während der Pause Nicolas Pellegrinelli wieder an mir vorbei gefahren ist, sagte man mir zu allem Überfluss dann auch noch. Egal, ich wollte 5. werden und hatte diese Rechnung nicht mit meiner Crew gemacht. Oder die mit mir… Wie die Taktik von außen gelenkt werden kann erfahrt ihr in diesem Artikel.
#wemboFinale Geschafft – Daniel wird WM-Dritter! (Sonntag ab 20:15 Uhr)
Die letzten Stunden des Rennens und wie aus Adrenalin und Anspannung überwältigende Freude wird… Emotionen kommen wie sie wollen, völlig unkontrolliert. Alles über die Freude, die Schmerzen, die Erschöpfung und ein letztes Mal Tobago!
#wemboFinale Ein Fazit zur wembo 24h Mountainbike Weltmeisterschaft 2017 (24.06.2017)
Für die Zahlenfreunde und Statistiker unter euch. Alle Zahlen, Daten, Fakten zum Rennen inkl. Ernährungsprotokoll. Die Mühen meiner Schwester müssen ja belohnt werden.
#wemboFinale You are not solo! (Sonntag 15:30)
Dritter bei der wembo 24h Solo Mountainbike Weltmeisterschaft 2017 wird man nicht alleine. Eine Ode an die derbste Gang der Welt: Die Coffeechains Gang. <3 wembo 24h Solo Mountainbike Weltmeisterschaft 2017
Ergebnisliste
24h Finale Ligure