Tour de France schafft Podiumgirls ab

Eigentlich benötigt diese Überschrift keine weiteren Zeilen, die Tour de France schneidet einen alten Zopf ab und löst sich von einer nicht mehr zeitgemäßen Tradition und schafft die Podiumgirls ab. In Deutschland zeigen sich viele Radsportler von ihrer chauvinistischen Seiten und bestätigen einmal mehr ein Vorurteil.
Einerseits kämpfen Frauen seit Jahren für die gleiche Anerkennung ihrer sportlichen Leistung und fristen (auch im Radsport) ein Schatten Dasein. Da ist es schon eine positive Meldung wert, wenn das UCIWT-Rennen Strade Bianchi der Frauen vor dem Herren Rennen (verkürzt und unmoderiert) übertragen wird. Eigentlich eine Farce unter dem Aspekt der Gleichberechtigung.
Andererseits entpuppen sich viele deutsche Hobbyradsportler als wahre Chauvinisten, wenn man sich die vielen Kommentare zu der Meldung über die Abschaffung der Podiumgirls bei der Tour de France in den Facebook Gruppen ansieht. Ich erspare dir Zitate.
Das Andererseits bedingt dabei das Einereits. Denn wer Frauen nur als (Sexual)Objekt wahrnimmt und als schmuckes Beiwerk einer Siegerzeremonie erwartet, der kann für Frauen(rad)sport eben nicht den gleichen Respekt haben wie vor Männer(rad)sport. Schade eigentlich, wir leben im Jahr 2018.
Ich begrüße die Überlegung der Tour de France und hoffe, dass sie die Podiumgirls für 2018 bereits einstellen. Frauen als Objekte mitzuführen ist nicht (mehr) zeitgemäß. War es das jemals?

Aufschrei der ewig Gestrigen?

Ich bin mir nicht sicher, ob der Aufschrei der Chauvinisten auch bei der Santos Tour Down Under oder Vuelta a Espana ebenso laut war? In meiner Filterblase hatte ich damals weniger sexistische Kommentare gelesen.
Und das ist dann der letzte Punkt dieses kleinen Rants. Denn die Santos Tour Down Under und die Vuelta a Espana machen es zum Teil seit einigen Jahren vor, wie ein Podium ohne Frauen als Objekte aussehen kann und muss. Vermisst hat es da keiner oder? Warum auch.

Sagan Podium Tour Down Under 2018
Podium bei der Santos Tour Down Under 2018. Quelle: Santos Tour Down Under

Im Übrigen verzichtet der Dart-Sport schon lange auf Frauen als Objekte. Die Formel 1, ebenfalls eine wahre Männer Domäne, überlegt ebenso die Abschaffung der Grid Girls.
Traurig aber wahr, dass sich mein Bild über Hobby-Rennradfahrer weiter bestätigt wird, die mir immer wieder als viel konservativer (nett formuliert) auffallen als Mountainbiker. Ausnahmen bestätigen die Regel, Harry Hirse ist zum Beispiel eine positive Bereicherung für mich.

Fazit

Neben dem Leistungsgedanken, dem Versuch Grenzen zu überwinden und sich selbst zu verbessern ist ein weiterer Aspekt des Sports für mich zu verbinden. Im Sport spielen kulturelle Herkunft, Geschlecht und sozialer Status keine Rolle, was zählt ist der Druck aufs Pedal. Und deswegen gehört für mich zum Sport auch ein fortschrittliches Rollenbild, in dem die Frau als Sportlerin mir gleich gestellt ist und nicht als Objekt auf einer Siegerehrung herhalten muss.
Ich habe das Foto mit Peter Sagan im Übrigen absichtlich gewählt, weil Sagan selbst bei einer Siegerehrung sich sehr daneben benommen hat. Viele haben Sagan damals zu Recht extrem verurteilt, letztendlich untermauert der damalige Vorfall den Objektstatus der Podiumgirls.
Die Diskussion, ob das Podiumgirl die Arbeit freiwillig macht oder nicht, sparen wir uns. Denn darum geht es in diesem Artikel nicht. Denn das ändert nichts daran, ob die Frau als Objekt wahrgenommen wird oder nicht.
Im Zuge der Abschaffung der Podiumgirls in Australien und Spanien kommt noch ein kleiner positiver Effekt zum Tragen: Die Siegertrikots werden bei beiden Events von JugendsportlerInnen überreicht. Was muss das für ein Gefühl sein, seinen Idolen so nah zu kommen.

Start RACEISM. RAD RACE 2018

RAD RACE 2018 mit fünf Events im Jubiläumsjahr. 2018 feiert RAD RACE seinen fünfjährigen Geburtstag. Was 2014 auf einer Kartbahn in Berlin-Neukölln begann, ist zu einer der größten, unabhängig organisierten Eventserien im Radsportbereich gewachsen.
Die RAD RACE Events bestehen 2018 aus fünf Events, die unterschiedlicher nicht sein können. Aber genau das ist ein Teil des Reizes, was die RAD RACE Community ausmacht. Das RAD RACE 2018 hat für alle Radsportler etwas dabei, was zwei Räder hat. Egal ob Fixed Gear, Rennrad, Cyclocross, Single Speed oder MTB. Open- und Teamklasse.
Wir möchten euch die Events für das kommende Jahr kurz vorstellen. Details gibt es auf der Internet Seite rad-race.com.

RAD RACE „LAST MAN STANDING“

Das RAD RACE „Last Man Standing“ Bahnrad Abenteuer ist zum bereits fünften Mal im offiziellen Programm der Berlin Bicycle Week & Berliner Fahrradschau.
8 Starter, 7 Runden und nur der letzte Fahrer erreicht die nächste Runde. Der helle Wahnsinn im Berliner Velodrome.
RAD RACE LAST MAN STANDING
Limitiert auf maximal 128 Startplätze für Männer und 36 Startplätze für Frauen. Fixed Gear only.
Datum: 24. März 2018

RAD CROSS presented by Canyon

Das RAD CROSS ist im offiziellen Programm des Canyon Pure Cycling Festivals Koblenz.
Auf einem abwechslungsreichen Kurs kann man nur als Team bestehen. Im stetigen Wechsel geht es auf dem Rundkurs um den Sieg unter 80 Teams.
RAD CROSS, Koblenz
Limitiert auf maximal 80 2er-Teams, also 160 Startplätze, für Männer und Frauen. Cyclocross oder MTB only.
Datum: 21. April 2018

RAD RACE „FIXED42 WORLD CHAMPIONSHIPS“

Zum vierten Mal findet die Fixed Gear-Weltmeisterschaft im offiziellen Programm des Velothon Berlin statt. Es ist aufgrund der Anzahl der Einzelstarter (750 Teilnehmer aus über 30 Nationen!) weltweit das größte Radrennen von Bahnrädern auf der Straße. Limitiert auf 750 Starter für Männer und Frauen. Fixed Gear only.
RAD RACE Fixed42 World Championships, Berlin
Datum: 13. Mai 2018.
Danach folgt eine über drei Monate andauernde Pause im RAD RACE Kalender. Ziemlich schade.

RAD RACE „BATTLE“

Bereits zum vierten Mal ist das RAD RACE „Battle“ im offiziellen Programm der EuroEyes Cyclassics in Hamburg.
Im 1 gegen 1 Modus kämpfen die stärksten Männer und Frauen auf einer 200m langen Sprintstrecke um die Krone. Adrenalin pur, wenn der Startschuss von der Rampe ertönt. Es passiert sogar, dass Räder dabei zu Bruch gehen…
RAD RACE Battle, Hamburg
Limitiert auf maximal 150 Startplätze für Männer und 36 Startplätze für Frauen. All bikes welcome.
Datum: 18. August 2018

RAD RACE „TOUR DE FRIENDS”

RAD RACE kann auch Etappenrennen. Zum zweiten Mal nach dem großen Erfolg in 2017: Die Überquerung der Alpen in einer Mischung aus Etappenfahrt, Etappenrennen, Long Distance Alley Cat und Group Ride – das ist die „RAD RACE Tour de Friends 2018“. 600km, vier Etappen. Maximal 600 Fahrer. 3er Teams. Keine Einzelwertung. All bikes welcome.
RAD RACE Tour de Friends, Munich to Venice
Datum: 11.-16. September 2018

Über das RAD RACE-Team

Das RAD RACE-Team sind 12 Freunde aus Münster, Hamburg, Frankfurt, Köln und Wiesbaden. Sie veranstalten gemeinsam seit Anfang 2014 in verschiedenen Metropolen in Deutschland und Europa Aufsehen erregende und einzigartige Radrennen.
Im Programm finden sich verschiedene Eventformate für Rennräder, Fixed Gear, Single Speed, Mountainbikes und Cyclocross.
Im Gegensatz zu klassischen Radrennen stechen RAD RACES durch ein internationales und vor allem außergewöhnliches Fahrerfeld und die Auswahl von charaktervollen und atmosphärisch aufgeladenen Locations heraus, die den Zuschauern durch die gefahrenen Rundkurse eine perfekte Integration in das Konzept und somit beste Unterhaltung garantieren.
Mehr Informationen zum RAD RACE-Team, den Events und dem Motto STOP RACISM – START RACEISM unter www.rad-race.com.

STOP RACISM – START RACEISM

Ein spürbarer Rechtsruck zieht durch Deutschland. Umso erfreulicher ist es, wenn ein Sportveranstalter ganz eindeutig Stellung bezieht.
STOP RACISM – START RACEISM. Das RAD RACE bringt seine Überzeugung mit ein. Radsport bietet Raum für alle Nationen, Geschlechter, Religionen, Farben, Fahrradszenen. Der Veranstalter kommuniziert das Thema Integration und sammelt darüber hinaus Spenden, um damit lokale integrative Projekte zu fördern.

Impressionen Rad Race Tour de Friends 2017

Fazit

Jetzt kann man natürlich ganz schnell den Finger heben und für Vereine sprechen, die zum Teil nur über ehrenamtliches Engagement und alleine zur Kostensicherung ein üppiges Startgeld ausrufen. Sie stehen für mich aber nicht in direkter Konkurrenz zu RAD RACE stehen.
RAD RACE mag kommerzielle Absichten verfolgen, aber man merkt bei jedem Event, jeder Pressemitteilung und jedem Kontakt, dass dort Radsport wirklich gelebt wird.
Das Konzept ist modern, innovativ und Zuschauerfreundlich. Vereine sollten viel mehr vom RAD RACE lernen als sich von diesem angegriffen fühlen.
Besonders erfreut es mich, dass RAD RACE ganz klar politisch Stellung bezieht. Stop Racism, Start Racesim sollte über die RAD RACE hinaus an Bedeutung gewinnen.
Die Anmeldung für die fünf vorgestellten Events beginnt am 10. Dezember um 15 Uhr online auf rad-race.com.
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Bildmaterial
Alle gezeigten Bilder mit freundlicher Genehmigung von RAD RACE.

Wenns Einfach nicht geht, gehts einfach nicht

In dieser Woche machte die Einfach Schaltung am Rennrad Schlagzeilen, als das Team Aqua Blue Sport sein neues 3T Cycling Strada mit Sram Force 1×11 Schaltung vorstellte. Ein weiterer Meilenstein nach der Einführung, der immer noch umstrittenen, Scheibenbremsen?
Seit mehr als einem Jahr fahre ich jetzt die Shimano Gruppen XTR (Canyon Lux) und XT (Grand Canyon) an meinen Mountainbikes und bin absolut zufrieden. Ich wechsele je nach Streckenprofil und Länge zwischen den ovalBlack Kettenblättern in den Größen 30-34, während ich hinten mit der Sunrace Kassette und der Abstufung 11-46 gut zu Recht komme.
Richtig, ich komme gut zu Recht. Denn auch der Einfach Antrieb bleibt ein Kompromiss und ist nicht perfekt. Während die Schaltpräzision zugenommen hat und ich in Wettkämpfen keinerlei Kettenklemmer hatte, bleibt die Übersetzung fragil.

Der Grund für meine Gedanken zur Einfach Schaltung: Das neue 3T Cycling Strada ist das Teamrad von Aqua Blue Sport 2018. Wunderschön sieht es aus aber ist die Sram Force 1×11 Schaltung wirklich eine gute Lösung für ein professionelles Rennrad Team?

Einfach Schaltung bleibt Kompromiss

Am Mountainbike, insbesondere bei 24 Stunden Rennen überwiegen die Vorteile. Ich muss mich weniger auf die Schaltvorgänge konzentrieren, habe keinen sensiblen Umwerfer mehr an Board und gerade auf Rundkursen lässt sich die Bandbreite sehr gut über das richtige Kettenblatt kontrollieren.
Bereits im Training wird es schwieriger. Stehen K3-Intervalle mit niedriger Trittfrequenz an, wähle ich das Rennrad oder ich schnalle mit 20kg Zusatzgewicht in Form meines Tout Terrain (damit Kind) Anhängers ans Rad. Denn selbst 34/11 taugt nicht für eine Frequenz unter 70rdm, wenn nicht der Wind mit 30km/h von vorne bläßt.
Andersherum war unter anderem das 34er Kettenblatt ein Rädchen im Getriebe, was mir einen erfolgreichen P-Weg Marathon versagt hat. 34/46 war einfach zu klein, um den steilen Rampen im Sauerland gerecht zu werden.
Am Mountainbike ist der Einfach Kompromiss für mich die beste Wahl.

Wenns Einfach nicht geht, gehts einfach nicht

Kommen wir zum Kern des Artikels. Die vorangegangenen Zeilen waren notwendig, um meine Zweifel am Einfach Antrieb am Rennrad zu begründen. Sowohl was die Nutzung des Rennrads als Trainingsgerät wie bei mir angeht, als auch für die Verwendung in Rennrad Rennen.
Betrachte ich die Einfach Schaltung am Rennrad aus technischer Sicht, so könnte man auch hier die Vorteile der einfacheren Handhabung in Betracht ziehen. Der Wechsel auf verschiedene Kettenblätter fällt weg und die Schaltung wird präziser, andererseits hatte ich am Rennrad bisher noch nie einen Kettenklemmer. Am Rennrad hat man es doch eher selten, dass man ruckartig am liebsten von 52/11 auf 36/32 wechseln möchte, weshalb ich die Vorteile durch den Wegfall des linken Schalthebels geringer bewerte als beim Mountainbike.
Außerdem fehlt beim Wegfall eines Kettenblatts die Präzision der Kassette durch eine größere Bandbreite, was zu einem unflüssigeren Tritt führen kann. Während ich am Mountainbike grundsätzlich mehr Schaltvorgänge habe und sich das Terrain häufig wechselt, ist die feine Abstufung der Rennrad Kassette für mich sehr wichtig, um flüssig zum treten.
Möchte ich weiterhin mein Rennrad für K3-Intervalle nutzen, dann brauche ich 52/11 als Übersetzung, denn selbst damit fahre ich bei Rückenwind nicht unter 70rdm. Bedeutet aber gleichzeitig, dass ich an meinen beiden 15% Rampen maximal 52/42 zur Verfügung hätte (vorausgesetzt diese Kombination ist technisch überhaupt möglich).
Und damit wären die Sprünge am Ritzel relativ groß, ein Nachteil der sich am Mountainbike auf längeren Flachpassagen auch bemerkbar macht, wo ich häufig nicht den passenden Gang finde. Ich denke am Rennrad wird sich dies noch stärker auswirken.
Nun haben Profis einen besseren technischen Service als ich (weil Ansgar einfach zu weit weg wohnt) und können durch Kettenblattwechsel schnell auf verschiedene Situationen reagieren. ABER wie soll das bitte in einem Rennen funktionieren, wie zum Beispiel einer schweren Bergetappe der Tour? Es wird ein kleiner Klettergang benötigt, sagen wir mindestens 38/28 und gleichzeitig wird 52 oder sogar 53/11 benötigt, um auf dem leicht abschüssigen Stück zum Ziel noch eine Attacke setzen zu können.
Ein schlechter Kompromiss ist hier rennentscheidend. Ich bin sehr gespannt darauf, wie das Team Aqua Blue Sport damit zu Recht kommen wird. Sehen wir jetzt Radwechsel zu Beginn eines Anstiegs?
Bis ich das Gegenteil sehe bleibe ich dabei: Wenns Einfach nicht geht, gehts einfach nicht.
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Beitragsbild, Foto im Text: Aqua Blue Sport Facebookseite

Hamburg-Berlin 2017

Meine Saison 2017 ist mit dem Hamburg – Berlin Zeitfahren zu Ende gegangen, leider ganz anders als ich es mir vorgestellt habe. Ein Vorderrad defekt zwingt mich zur Aufgabe nach knapp 170km und statt epischer Ankunft in Berlin Gatow reise ich enttäuscht nach Hause.
Sportlich ist das HHB Zeitfahren von geringen Wert, ist das Zeitfahren doch eher mit einer langen RTF gleichzusetzen. Aber es gibt eine Zeitmessung und die Strecke ist lang genug, um nicht trödeln zu wollen.
Ich habe das Zeitfahren für mich insofern ernst genommen, als dass ich von den 270km 90% im Wind fahren wollte. Dadurch war natürlich die Durchschnittsgeschwindigkeit geringer als möglich aber wenn schon 270km, dann so schwer wie möglich.

Das Wetter war gnädig, gleich im doppelten Sinne: Es war warm und der Wind blies schwach aus Süd-West, so dass wir meistens Seiten- zum Teil sogar Rückenwind hatten.
Aufgrund meiner prognostizierten Ankunftszeit von 10:05h bis 9:30h entscheid ich mich kurzfristig in Hamburg früher zu starten, so dass ich um 07:01 Uhr statt um 07:48h losgefahren bin. Das war alles kurzfristig und unspektakulär möglich.
Mein Zug sollte ab Spandau um 19:03 Uhr abfahren, so dass mir ausreichende 12 Stunden für die 270km blieben. Perfekt.

Nightride Feeling bei HHB 2017

Während ich bei 24 Stunden Rennen irgendwann eine Lampe montiere, startet man bei HHB traditionell im Dunkeln. Ich entschied mich für die kleine Lupine Piko, die sich als perfekter Begleiter zeigen sollte.
Ein kleiner Verfahren nach 5km vor der Brücke in Geesthacht, wo mich mein Garmin dank Strava Route Crosser like durch einen Wald führte, deren Strecke vor einem umgefallenen Baum abrupt endete. Umdrehen, auf der Straße bleiben und dem Track etwas abseits folgen. Check. Mit knapp 31kmh beendete ich die erste Stunde und führte eine 3köpfige Gruppe an.

Björn und sein Begleiter fragten mich, ob sie sich an mir dranheften dürfen. Für Führungsarbeit fehle ihnen die Kraft. Ich fand das sehr willkommen, zum einen konnte ich meinen Stiefel über 180-210 Watt fahren und zum anderen hatte ich etwas Gesellschaft. Nett war auch, dass Björn fragte, ob das driften in Ordnung sei. Der erfahrene HHB Pilot entpuppte sich im weiteren Verlauf bis zur ersten und einzigen Kontrolle des Rennens (km94) als gute Navigationshilfe. Danach trennten sich unsere Wege leider. Björn, es hat mir Spaß gemacht!

HHB 2017: 90km alleine im Wind

Nach der Kontrolle heftete ich mich an ein Paar heran, die mir aber auch im Windschatten viel abverlangten, allerdings war das Fahren so sehr unrhythmisch für mich.
Während das Duo weiter der Landstraße folgte, fuhr ich auf dem Deich. Als Mountainbiker ist man froh auch mal etwas Schotter unter die Pneus zu bekommen. Mit knapp 32kmh fuhr ich konstant über meiner Planung und langsam aber stetig begann das Rechnen. Trotz Stopp bei der Verpflegung hatte ich wieder einen Schnitt über 30kmh, so dass ich eine reale Chance hatte alleine Berlin unter 9 Stunden zu erreichen.

Ich fühlte mich richtig gut und die langen Geraden (stellenweise 10-10km ohne Richtungsänderung auf dem Garmin) sorgten bei mir für gute Laune. Ich brauch eben Monotonie. 🙂
Kurz nach der Rennhälfte kam die erste (!) Ampel, die auch direkt rot war. Ich weiß nicht warum, aber beim Losfahren verlor mein Vorderrad Luft. als ich anhielt und Luft nach gab, konnte die ausreichend vorhandene Milch nichts machen, stattdessen sprang der Reifen sogar aus der Felge. ÄTZEND! Also Schlauch rein und weiter.

Der Defektteufel 2.0

Doch trotz des Wechsels auf einen Schlauch war ich nicht zufrieden. Das Rad hatte einen Seitenschlag und bei jeder Radumdrehung schlug die Felge an die bereits komplett geöffnete Bremse. Aber es hielt.
Ich achtete darauf nur noch vorsichtig abzubremsen und fuhr trotzdem meinen Stiefel weiter. Mit 29,5kmh lag ich im Bereich von 9:15h, also mit Reifenpanne absolut gut. Und nur noch 100km auf der Uhr. 3:20h bis zum Saisonende quasi.
Aber auf ein mal ging alles ganz schnell. Auf der Landstraße vor Nitzow, direkt an der Grenze von Sachsen Anhalt nach Brandenburg begann das Vorderrad heftigst zu eiern und noch bevor ich abbremsen konnte, platze der Schlauch. Ende und das mitten im Nirgendwo.

Perfekte Hilfe vom Audax Club Schleswig Holstein

Was macht man jetzt? 100km bis Berlin, 19km bis zum nächsten Bahnhof. In einem Dorf kurz hinter Sachsen Anhalt? Ganz wohl war mir dort nicht.
Ich rief den Veranstalter an und Jochen, der HHB zum ersten Mal als Organisator durchführte, meldete sich. Er bat um eine kurze Orientierungspause und würde sich melden, was er 15min später tat und mir mitteilte, ich solle warten, denn er werd mich abholen.
Ich war so sauer auf meinen defekt, dass ich diese Hilfsbereitschaft anfangs nicht hoch genug würdigen konnte. Als Jochen kam, hatte ich nicht nur einen wunderbaren Helfer auf meiner Seite, sondern auch zwei ausgesprochen nette Gesprächspartner auf der Autofahrt über 2 Stunden nach Berlin, die meinen Ärger vergessen machten.
Selbstredend, dass ich für diese Hilfe eine Spende an den Verein tätigte.

HHB 2017 ein Desaster?

Was bleibt mir als Fazit? Dass das „Rennen“ besser lief als erwartet? Das ich viel mehr Spaß, Motivation und Leidenschaft an den Tag legte, als gedacht? Die Frustration nach 6:00h, dass ich mir um die letzten drei Rennstunden der Saison brachte?
Ich war letztendlich mehr frustriert als wäre ich gar nicht gefahren. Aber auch nur, weil ich viel mehr Spaß auf der Strecke hatte als angenommen. Weil mir die Langdistanz einfach tierisch viel Freude bereitet. Weil ich schnell genug war und weil der 36 Stunden Trip mit der Ankunft sub9h einen krönenden Abschluss gefunden hätte. Hat er aber nicht.

Das HHB Zeitfahren 2017 lief konstant gut.

Stattdessen reiste ich frustriert ab. Selbst die Zugfahrt konnte ich nicht mehr wirklich genießen. So ein Ärger!

Fazit

Mit etwas Abstand betrachte ich das alles wieder anders. HHB 2017 war ein fantastisches Rennen und mein dnf lässt nur einen Schluss zu: HHB 2018 ist gesetzt.
Aber das Wochenende war viel mehr als nur der dnf.

In 36 Stunden durch Norddeutschland

Mein 36 Stunden Trip von Erkelenz nach Hamburg mit dem Rad nach Berlin und zurück nach Erkelenz war eine tolle Erfahrung. Sportlich besser als erwartet und am Ende sicherlich enttäuschend. ABER.
Aber, ich habe endlich Sarah kennengelernt. Das vegane Schaaf aus Bremen, dass uns auf Twitter seit mehreren Monaten aktiv folgt und wir in einem tollen Austausch stehen. Danke für den Kaffee und die kurzweilige Stunde am Hamburg Hbf.
Und dann war da auch noch Harald, der mich morgens um sechs fröhlich anlächelte. Endlich kenne ich eine der Ikonen aus Norddeutschland persönlich 🙂 Harald fuhr selbst nicht bei HHB mit, sollte aber das Event über den Start hinaus verfolgen. Zuletzt darf ich in an der einzigen Bergwertung der Strecke. Harald, beim nächsten Mal mit mehr Zeit und auf einen gemeinsamen Kaffee!

Und dann war da auch noch Georg, den ich bereits letztes Jahr in Süddeutschland kennengelernt habe. Danke für das gesellige Frühstück. Und nächstes Jahr werden wir im Ziel mehr Zeit haben zum quatschen.

Audax Club Schleswig Holstein

Danke für euer tolles Event. Vielleicht hatte das Vierländereck nicht ganz den Charme wie ein altes Fährhaus, aber das Caterina war top und ihr seid alle so freundlich und hilfsbereit gewesen. Von der Befestigung der Startnummer, über die unkomplizierte Startzeitveränderung bishin zur tollen Streckenkontrolle.
Über allen steht natürlich Jochens Hilfe Leistung. DANKE <3 Bis nächstes Jahr.

Weitere Fotos von Hamburg – Berlin

  • Hans-Joachim Burkhardt
  • Andrea O.
  • Burkhard Sielaff
  • Vielen Dank an die drei Fotografen, die mehrere Stops auf der Strecke eingelegt haben, um die Teilnehmer zu fotografieren.
    Titelbild: Burkhard Sielaff, Fotos im Text: Burkhard Sielaff)

    Giro d’Italia 2018 mit historischem Start

    Die 101. Ausgabe des Giro d’Italia vom 04. bis 27. Mai 2018 beginnt mit einem historischen Start in Jerusalem (Israel) und verlässt nicht nur zum ersten Mal für den Start des zweitwichtigsten Etappenrennens im Straßenradsport den Kontinent Europa, sondern setzt auch politisch ein herausstechendes Zeichen.
    Mit dem Start des Giro d’Italia 2018 in Israel verlässt der Giro d’Italia als erster der drei großen Landesrundfahrten beim Grand Depart Europa. Doch nicht nur der historische Start in Jerusalem ist für die 101. Ausgabe des Giro d’Italia besonders, sondern auch das Gedenken an Italiens Radsportlegende Gino Bartali (1914-2000).

    Gino Bartali gewann in seiner Karriere als Radsportler von 1935-1952 zwei Mal die Tour de France und drei Mal den Giro d’Italia, um nur 5 seiner über 30 bedeutenden Siege aufzuzeigen. Bartali war einer der besten Bergkletterer seiner Zeit und gewann darüberhinaus sieben Mal den Bergpreis des Giro d’Italia. Seine Duelle mit Fausto Coppi sind legendär. Doch neben diesen herausragenden Siegen ist sein Einsatz abseits des Radsports viel bedeutungsvoller.

    Gutes tut man, aber man spricht nicht darüber

    Während des italienischen Faschismus war Gino Bartali im Untergrund als Fahrradkurier eines antifaschistischen Netzwerks tätig. Im Sattelrohr versteckt, transportierte Bartali gefälschte Dokumente und Pässe, um hunderten Juden das Leben zu retten.
    Im zu Ehren startet der Giro d’Italia bei seiner 101. Austragung mit drei Gedenk-Etappen in Israel. Mit dem ersten Start einer der drei großen Landesrundfahrten außerhalb Europas setzt der Giro d’Italia damit auch ein politisches Zeichen.
    In einer Zeit von Terrorismus, aufflammendes Rassismus und Nationalismus stellt sich der Giro d’Italia 2018 auf die richtige Seite und zollt denen Tribut, die in ihrem Leben für den Humanismus gekämpft haben.

    Giro d’Italia 2018 Start in Jerusalem

    Der Giro d’Italia 2018 startet mit einem 10km langen Einzelzeitfahren in Jerusalem. Vorbei an der Klagemauer und dem Knesset verbindet die Strecke viele Sehenswürdigkeiten der bedeutungsvollen Stadt in Israel.

    Foto LaPresse – Spada

    Sportlich verspricht das Einzelzeitfahren eine große Dramatik. Viele Kurven und Richtungswechsel sowie das wellige Gelände werden für die ersten Zeitabstände sorgen. Wird Vorjahressieger Tom Domoulin seinen Titel verteidigen können?

    Giro d'Italia 2018 – Stage 1 von giroditalia
    Nach dem Einzelzeitfahren am Freitag werden zwei weitere Giro Etappen in Israel stattfinden, ehe der Giro d’Italia mit dem ersten Ruhetag am Montag zurück nach Italien kehrt. Die weiteren 18 Etappen wurden auf der gestrigen Präsentation des Giro d’Italia Starts 2018 nicht bekannt gegeben.
    Foto LaPresse – Spada

    Mehr über Gino Bartali
    Die unbekannte Seite des Gino Bartali.
    Italiens Radsportlegende Gino Bartali: „Ein Schlamm übersäter Engel“
    Gino Bartali auf Amazon.de

    No Tubes ZTR Alpha Laufräder – 1370gr

    Seit mehr als 5 Jahren fahre ich No Tubes Felgen am Mountainbike. Die leichten ZTR Race (jetzt Crest) waren jahrelang das Nonplusultra am Rad, erst mit dem neuen Carbon Laufradsatz am Canyon Lux wandern die No Tubes Crest Felgen ins zweite Glied und werden nur noch im Training genutzt.
    Zweifelsfrei ist der Carbon Laufradsatz am Canyon Lux steifer, direkter und komfortabler als die relativ weiche ZTR Crest Felge, nichtsdestotrotz tut sie ihre Arbeit nach wie vor sehr gut. Grund genug, um auch am Rennrad auf No Tubes Felgen zu wechseln und den Novatec / Mavic CP33 Laufradsatz nach über 20.000km zu ersetzen.
    Mit 1375gr ist der No Tubes ZTR Alpha mit Fun Works Naben ausreichend leicht, um im August in den Alpen meine ersehnten Gipfel bzw. Passbekanntschaften zu machen.

    Es geht immer leichter, steifer und besser. Aber letztendlich ist alles eine Frage der Verhältnismäßigkeit. Ich nutze mein Rennrad ausschließlich zum Training, so dass ich gar nicht gewillt bin, das Maximum an Leichtbau, Vortrieb und Stetigkeit herauszuholen, sondern ein gesundes Mittelmaß aus Kosten-Nutzen suche.
    Natürlich könnte ich dann auch einen preisgünstigen Systemlaufradsatz für 200€ kaufen, allerdings würd der 2000gr schwere Laufradsatz weniger die Motivation beflügeln. Ein weiterer Punkt, den ich nicht unbeachtet lasse. Kosten-Nutzen müssen eben in einem Verhältnis stehen.
    Mit 0,35€ pro Gramm ist der Laufradsatz für Leichtbau relativ günstig, kauft man doch häufiger Leichtbau Teile für 1-2€ pro Gramm.

    Schwalbe One Evo tubeless

    Nach einer fulminanten ersten Saisonhälfte auf dem Mountainbike mit fast 5000 Rennrad Kilometer im Training, gönne ich mir einen neuen Laufradsatz für meinen China Pinkstar Carbon Renner. Da darf der richtige Reifen nicht fehlen…
    Mein Rennrad ist ein Trainingsgerät, deswegen auch nicht auf absoluten Leichtbau getrimmt oder auf Renneinsatz ausgelegt. Das beginnt mit der günstigen Shimano 105 Gruppe und endet mit 28mmm Bereifung. Wenn schon sechs bis acht Stunden Training, dann wenigstens mit etwas Komfort. Ich war schließlich im MTB Sport auch Fully!
    Es ist also naheliegend, dass ich auch beim Reifen nicht auf das letzte Gramm Gewicht schaue und mit der 28mm Variante auch meine Geschwindigkeit nicht im Fokus habe, sondern Pannenschutz und Komfort.

    Schwalbe One Evo tubeless wegen der Haptik

    Während ich in der V-Guard Variante seit Anfang des Jahres bereits den neuen Schwalbe One 2017 fahre, hatte ich mir in der tubeless Version das 2016er Modell bestellt. Der Schwalbe One Evo tubeless ist ein Slickreifen und besitzt – anders als die neue Version – gar kein Profil. Das mag ich gerne, insgesamt empfand ich das Gummi auch weicher mit besserem Kurvenhalt.
    Mit dem neuen No Tubes ZTR Alpha Laufradsatz (dazu am Wochenende mehr) kamen gestern also meine beiden Schwalbe One Evo tubesless Reifen. Und ich bin schockiert!
    Ein Reifen entspricht der Angabe des Herstellers von 380gr, allerdings ist der zweite Reifen gleich 10% schwerer und hat mit 415 Gramm schon fast MTB Niveau. Und ja, ich habe ein höheres Gewicht inkludiert und mich für Komfort entschieden aber nicht um jeden Preis bzw. mit jedem Gewicht. Wenn ich einen Reifen mit 380gr bestelle, erwarte ich auch 380-390gr und nicht mehr.

    Schwalbe führt in der Gewichtsabweichung bei Reifen

    Während andere Hersteller wie zum Beispiel Maxxis ihre Pneus mit relativ konstantem Gewicht fabrizieren können, ist Schwalbe in der Abweichung der Gewichte immer führend. Mit zwei Sonntagsreifen von Schwalbe fährt man mit fast 70gr Mehrgewicht rum, was dann eine Anschaffung eines Sub1400gr Laufradsatz in Frage stellt. Zumindest, wenn man über die Kosten spricht.
    Nachdem ich bereits im Vorfeld der MTB WM 12 Sätze Schwalbe Rocket Ron bestellt hatte, um davon die vier leichtesten auszuwählen (kein Reifen entsprach der Gewichtsangabe des Herstellers, Streuung über 80gr), scheint diese Abweichung bei Schwalbe System zu haben. Zum Vergleich: Meine WM Reifen Maxxis Ikon 3C EXO EXC 2,25 hatten einen Abweichung um jeweils 3-5gr zur Herstellerangabe.
    Ich werde beide Reifen zurückschicken und auf die neuen Schwalbe One Pro wechseln, die mit 290gr (Hersteller Angabe) bereits ab Werk 90gr leichter sind, als die Vorgänger. Ich bin gespannt, wie hoch die Abweichung in dieser Marge sein wird und werde berichten.

    100. Giro d’Italia ohne Premio Miglior Discesista Wertung

    Morgen startet der 100. Giro d’Italia und das Giro Komitee hat zu Anlass dieses Jubiläums für den Giro d’Italia 2017 die neue Pirelli Premio Miglior Discesista Wertung ausgeschrieben. Seitdem war die Aufruhr extrem, gestern wurde die Wertung zurückgezogen.
    *Update*
    Der Wertungsrückzug ist kurz vor Erscheinen dieses Artikels entstanden. Wir haben den Artikel daraufhin geringfügig überarbeitet.

    Neue Spannungsmomente während es 100. Giro d’Italia

    Das Pirelli Premio Miglior Discesista sollte den besten Abfahrer der 100. Austragung des Giro d’Italia 2017 ehren, der sein können auf insgesamt 10 Etappen zur Schau stellt. Die Wertungsabschnitte sollten auf 10 Bergetappen stattfinden und überwiegend im vorderen Bereich der Etappe ausgetragen werden. (Genaue Informationen über die Lage der Wertungsabschnitte zeigte das Giro d’Italia Programm.)

    Ehemalige Abfahrtssegmente für das Premio Miglior Discesista

    8. Etappe: Monte Sant’Angelo (ab Kilometer 100,7)
    9. Etappe: Chieti (ab Kilometer 91,2)
    11. Etappe: Monte Fumaiolo (ab Kilometer 135,8)
    12. Etappe: Colla di Casaglia (ab Kilometer 63,4)
    15. Etappe: Selvino (ab Kilometer 170,8)
    16. Etappe: Passo dello Stelvio (ab Kilometer 143,5)
    17. Etappe: Passo de Tonale (ab Kilometer 60,2)
    18. Etappe: Passo Pordoi (ab Kilometer 26,0)
    19. Etappe: Sella Chianzutan (ab Kilometer 104,7)
    20. Etappe: Monte Grappa (ab Kilometer 122,7)

    Premio Miglior Discesista – Hochspannung oder Leichtsinn?

    Während das Vertical Trikot bei den BIKE Four Peaks oder der BIKE Transalp im Mountainbike Marathon Sektor etabliert sind, geht ein gehöriger Aufschrei durch das Peloton der Straßenfahrer.
    Gefährlich und verantwortungslos wird die Premio Miglior Discesista Wertung genannt und findet im Fahrerfeld bisher kaum Fürsprecher.
    Aus dem Mountainbike Bereich sind mir bisher keine großartigen Stürze oder eine höhere Risikobereitschaft durch das Vertical Trikot bekannt. Allerdings ist diese Wertung dort auch immer wieder Chance sich als starker Abfahrer in den Fokus der medialen Berichterstattung zu fahren.
    Persönlich finde ich die Wertung Premio Miglior Discesista im Rahmen des Giro d’Italia Jubiläums sehr interessant, könnten sich doch auch Ausreißversuche mit Angriffe auf die Wertung paaren und so eine neue Dynamik auf den einzelnen Etappen erzeugen.
    Was denkt ihr: Hochspannung oder Leichtsinn?

    Stimmen zum Pirelli Premio Miglior Discesista auf Twitter


    https://twitter.com/WoutPoels/status/859087546478993409

    Das Aus für Pirelli Premio Miglior Discesista

    Gestern gab das Giro d’Italia Komitee bekannt, dass die Pirelli Premio Miglior Discesista Wertung während des Giro d’Italia nicht gefahren wird. Die Zeiten werden der Statistik wegen trotzdem genommen, eine Ehrung und Geldpreise gibt es nicht.
    Damit beugt sich der Veranstalter der heftigen Kritik aus den Fahrerreihen und den angeschlossenen Vertretungen.
    Wenn man sich die Bilder der letzten Giro d’Italia Jahre anschaut, ich denke da vor allem an die waghalsigen Abfahrten von Nibali, dann finde ich die Argumentation eine Premio Miglior Discesista sei verantwortungslos fragwürdig.
    Bisher haben die Fahrer, wenn es sein musste, auch in den Abfahrten viel riskiert um Rennen zu gewinnen. Das wird eine besondere Wertung nicht ändern bzw. das Streichen dieser Wertung nicht verhindern.
    Ich halte das Streichen der Wertung nicht unbedingt für gerechtfertigt und sehe Parallelen zum Mountainbike Sport, wo Abfahrtstrikots in Etappenrennen die Risikobereitschaft der Fahrer nicht erhöhte und es aufgrund dieses Trikots nicht zu größeren Verletzungen kam.

    Auftakt zur Vélomanie in Düsseldorf

    Auftakt zur Vélomanie in Düsseldorf. In weniger als 70 Tagen startet das Radsportereignis des Jahres in Düsseldorf, die Le Tour de France. Zeit also auch medial die Schlagzahl zum Event zu erhöhen. Mit der „Vélomanie“ startet an der Heinrich Heine Universität eine große Vorlesungsreihe.
    Zahlreiche deutsche Radsport Profis, allen voran André Greipel und John Degenkolb, versammelten sich heute zum Auftakt der Vélomanie in Düsseldorf. Anschließend ging es für die Profis und einigen Begleitern mit dem Rad nach Lüttich, die letzten 165km der zweiten Etappe der Tour de France wurde als Training abgefahren.
    Insbesondere die Sprintwertung in Mönchengladbach und die Zielankunftt in Lüttich wurden gut angesehen, immerhin haben einige deutsche Profis bestimmt ein Auge auf das grüne Trikot geworfen.


    Maren hat an der Trainingsfahrt teilweise teilgenommmen und sehr positiv von der Stimmung unterwegs berichtet.
    https://youtu.be/1R0sex2HGE0
    Die Ringvorlesung „Vélomanie?! Facetten des Radsports zwischen Mythos und Ökonomie“ wird in den kommmeden Wochen jeden Dienstag das Thema Radsport, insbesondere Tour de France facettenreich aufgreifen und nicht nur über den sportwissenschaftlichen sondern auch literarischen Hintergrund berichten.

    Alle Termine im Überblick

    jeweils dienstags, Beginn 20:00 Uhr

    (Quelle: Haus der Universität Düsseldorf)
    25.04.2017
    Metamorphosen eines Megasport-Events: Die Tour de France zwischen Sport und Spektakel

    Prof. Dr. Jürgen Mittag (Deutsche Sporthochschule Köln)
    Mit Grußworten von Thomas Geisel, Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf, Vincent Muller, Generalkonsul der französischen Republik, Prof. Dr. Anja Steinbeck, Rektorin der Heinrich-Heine-Universität sowie Prof. Dr. Ulrich Rosar, Dekan der Philosophischen Fakultät
    02.05.2017
    Wer weiß am meisten übers Radfahren? Zum Selbstwissen der Radfahrer

    Prof. Dr. Gottfried Vosgerau (Heinrich-Heine-Universität)
    12.05.2017
    Tour der Leiden – gesund oder doch ungesund?

    Prof. Dr. Ingo Froböse (Leiter des Zentrums für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule Köln)
    16.05.2017
    Hinter den Kulissen – Sportevents und die Arbeit der Medien

    Prof. Dr. Christian Tagsold (Professor für Modernes Japan an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)
    23.05.2017
    Rückenwind für die Landeshauptstadt – Der Grand Départ als Chance für Düsseldorf

    Theresa Winkels (Projektleiterin Grand Départ Düsseldorf 2017)
    Anschließend Podiumsdiskussion mit Theresa Winkels, Christopher Schlenker (Senior Manager Sponsoring & Hospitality Grand Départ) und Sven Teutenberg (Ex-Radprofi und Event Director Grand Départ).
    Moderation: Karsten Migels (Radsportexperte, Eurosport)
    30.05.2017
    Unfair play? – Die Vermarktung des Sports und das Recht

    Prof. Dr. Rupprecht Podszun (Heinrich-Heine-Universität)
    06.06.2017
    Schnecke gegen Rennpferd: Leistungsparameter von Hobbyradlern und Radprofis im Wandel der Zeit

    Dr. Achim Schmidt (Deutsche Sporthochschule Köln)
    13.06.2017
    A vélo ou à bicyclette au fil des mots et des siècles. Du premier tour de pédale au Tour de France

    Prof. Dr. Jean Pruvost (Université de Cergy-Pontoise)
    20.06.2017
    Le Tour de France – ein nationaler Mythos ?

    Prof. Dr. Hans-Theo Siepe (Heinrich-Heine-Universität)
    23.06.2017
    Tour de France: Ausgewählte ökonomische Aspekte

    Prof. Dr. Wolfgang Maennig (Universität Hamburg)
    30.06.2017
    Helden der Landstraße? Die Tour de France im Spiegel der französischen Literatur

    Univ.-Prof. Dr. Andreas Gelz (Universität Freiburg i. Br.)
    Grußwort der Französischen Botschaft, Prof. Dr. Valérie Lemarquand
    04.07.2017
    Histoire(s) de la Grande Boucle. Die Tour de France in der französischen Bande dessinée

    Prof. Dr. Frank Leinen (Heinrich-Heine-Universität)
    11.07.2017
    Vélomanie“. Zur Sinnlichkeit eines technischen Objekts

    Prof. Dr. Vittoria Borsò (Heinrich-Heine-Universität)
    18.07. 2017
    Das Rennen gegen die Zeit. Fahrradfahrer und Radsport im französischen Film

    Jun.-Prof. Dr. Sieglinde Borvitz (Heinrich-Heine-Universität)
    Veranstaltungsort:
    Haus der Universität, Schadowplatz 14, 40212 Düsseldorf
    Beginn jeweils 20.00 Uhr
    Die Teilnahme ist kostenfrei, Interessierte, (Rad-)Sportfans und Frankreichfreunde sind herzlich willkommen.

    Ardennenliebe oder ein epischer Arbeitstag #wemboFinale

    Während der Vorbereitung auf das 24 Stunden Race München letztes Jahr habe ich meine Ardennenliebe entdeckt. Wenn die Trainings länger werden und der Kilometerradius größer, dann sind die bis zu 650m hohen Berge in Belgien von meiner Haustür aus erreichbar.
    Bereits letztes Jahr hat mir das Training entlang des Rurufer Radwegs nach Belgien zum Signal Botrange viel Freude bereitet. Knapp sieben Wochen vor dem 24h Race München war es der Auftakt in die intensive Vorbereitung auf die Solo-Tortour im Olympiapark.

    Never change a running ritual

    Und da ich ein Fan von positiven Ritualen bin, möchte ich mit einem ähnlichen Vorhaben auch die „intensive“ Vorbereitung auf die Mountainbike Weltmeisterschaft einläuten. Gemeinsam mit Ansgar und Tim brechen wir heute Richtung Ardennen auf. Einen Tag vor dem Klassiker „Liege-Bastogne-Liege“ feiern wir unseren eigenen Ardennenklassiker.

    12 Anstiege auf 220km werden unsere Steigungsmeter auf rund 3000hm summieren. Ein epischer Bürotag!

    Tribut müssen wir dem Wetter zollen und haben deswegen unseren Ardennenklassiker kurzerhand um 25km gekürzt und den finalen Anstieg von Eupen zum Signal de Botrange gecancelt. Dafür fahren wir über Malmedy, dem Herzen der Ardennen, zum traumhaft schönen Stausee Robertsville und dann entlang der alten Rennbahn zurück.