Wenns Einfach nicht geht, gehts einfach nicht

In dieser Woche machte die Einfach Schaltung am Rennrad Schlagzeilen, als das Team Aqua Blue Sport sein neues 3T Cycling Strada mit Sram Force 1×11 Schaltung vorstellte. Ein weiterer Meilenstein nach der Einführung, der immer noch umstrittenen, Scheibenbremsen?
Seit mehr als einem Jahr fahre ich jetzt die Shimano Gruppen XTR (Canyon Lux) und XT (Grand Canyon) an meinen Mountainbikes und bin absolut zufrieden. Ich wechsele je nach Streckenprofil und Länge zwischen den ovalBlack Kettenblättern in den Größen 30-34, während ich hinten mit der Sunrace Kassette und der Abstufung 11-46 gut zu Recht komme.
Richtig, ich komme gut zu Recht. Denn auch der Einfach Antrieb bleibt ein Kompromiss und ist nicht perfekt. Während die Schaltpräzision zugenommen hat und ich in Wettkämpfen keinerlei Kettenklemmer hatte, bleibt die Übersetzung fragil.

Der Grund für meine Gedanken zur Einfach Schaltung: Das neue 3T Cycling Strada ist das Teamrad von Aqua Blue Sport 2018. Wunderschön sieht es aus aber ist die Sram Force 1×11 Schaltung wirklich eine gute Lösung für ein professionelles Rennrad Team?

Einfach Schaltung bleibt Kompromiss

Am Mountainbike, insbesondere bei 24 Stunden Rennen überwiegen die Vorteile. Ich muss mich weniger auf die Schaltvorgänge konzentrieren, habe keinen sensiblen Umwerfer mehr an Board und gerade auf Rundkursen lässt sich die Bandbreite sehr gut über das richtige Kettenblatt kontrollieren.
Bereits im Training wird es schwieriger. Stehen K3-Intervalle mit niedriger Trittfrequenz an, wähle ich das Rennrad oder ich schnalle mit 20kg Zusatzgewicht in Form meines Tout Terrain (damit Kind) Anhängers ans Rad. Denn selbst 34/11 taugt nicht für eine Frequenz unter 70rdm, wenn nicht der Wind mit 30km/h von vorne bläßt.
Andersherum war unter anderem das 34er Kettenblatt ein Rädchen im Getriebe, was mir einen erfolgreichen P-Weg Marathon versagt hat. 34/46 war einfach zu klein, um den steilen Rampen im Sauerland gerecht zu werden.
Am Mountainbike ist der Einfach Kompromiss für mich die beste Wahl.

Wenns Einfach nicht geht, gehts einfach nicht

Kommen wir zum Kern des Artikels. Die vorangegangenen Zeilen waren notwendig, um meine Zweifel am Einfach Antrieb am Rennrad zu begründen. Sowohl was die Nutzung des Rennrads als Trainingsgerät wie bei mir angeht, als auch für die Verwendung in Rennrad Rennen.
Betrachte ich die Einfach Schaltung am Rennrad aus technischer Sicht, so könnte man auch hier die Vorteile der einfacheren Handhabung in Betracht ziehen. Der Wechsel auf verschiedene Kettenblätter fällt weg und die Schaltung wird präziser, andererseits hatte ich am Rennrad bisher noch nie einen Kettenklemmer. Am Rennrad hat man es doch eher selten, dass man ruckartig am liebsten von 52/11 auf 36/32 wechseln möchte, weshalb ich die Vorteile durch den Wegfall des linken Schalthebels geringer bewerte als beim Mountainbike.
Außerdem fehlt beim Wegfall eines Kettenblatts die Präzision der Kassette durch eine größere Bandbreite, was zu einem unflüssigeren Tritt führen kann. Während ich am Mountainbike grundsätzlich mehr Schaltvorgänge habe und sich das Terrain häufig wechselt, ist die feine Abstufung der Rennrad Kassette für mich sehr wichtig, um flüssig zum treten.
Möchte ich weiterhin mein Rennrad für K3-Intervalle nutzen, dann brauche ich 52/11 als Übersetzung, denn selbst damit fahre ich bei Rückenwind nicht unter 70rdm. Bedeutet aber gleichzeitig, dass ich an meinen beiden 15% Rampen maximal 52/42 zur Verfügung hätte (vorausgesetzt diese Kombination ist technisch überhaupt möglich).
Und damit wären die Sprünge am Ritzel relativ groß, ein Nachteil der sich am Mountainbike auf längeren Flachpassagen auch bemerkbar macht, wo ich häufig nicht den passenden Gang finde. Ich denke am Rennrad wird sich dies noch stärker auswirken.
Nun haben Profis einen besseren technischen Service als ich (weil Ansgar einfach zu weit weg wohnt) und können durch Kettenblattwechsel schnell auf verschiedene Situationen reagieren. ABER wie soll das bitte in einem Rennen funktionieren, wie zum Beispiel einer schweren Bergetappe der Tour? Es wird ein kleiner Klettergang benötigt, sagen wir mindestens 38/28 und gleichzeitig wird 52 oder sogar 53/11 benötigt, um auf dem leicht abschüssigen Stück zum Ziel noch eine Attacke setzen zu können.
Ein schlechter Kompromiss ist hier rennentscheidend. Ich bin sehr gespannt darauf, wie das Team Aqua Blue Sport damit zu Recht kommen wird. Sehen wir jetzt Radwechsel zu Beginn eines Anstiegs?
Bis ich das Gegenteil sehe bleibe ich dabei: Wenns Einfach nicht geht, gehts einfach nicht.
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Beitragsbild, Foto im Text: Aqua Blue Sport Facebookseite

Grand Canyon AL SLX auf meinen Hometrails

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Gestern hatte ich mit Ansgar zum ersten Mal mein neues, gebrauchtes Grand Canyon AL SLX ausgeführt. Das um einen 1×11 Antrieb aus XTR/XT Mix mit dem TUNE Ovalblack Kettenblatt aufgebesserte Aluminium Hardtail muste sich direkt den schlammigen Bedingungen im Nationalpark De Meinweg beweisen. 
Die ersten Meter pedalierten sich mit dem ovalen Kettenblatt ungewohnt, während ich den demontierten Umwerfer auf meiner ersten einfach Exkursion keine Sekunde vermisst habe. Die Bandbreite der Sunrace 11-42 Kassette in der Ebene gefiel mir und ich konnte problemlos meine gewohnte Trittfrequenz treten, die aufgrund des ovalen Kettenblatts (?) vielleicht etwas niedriger als gewohnt war.
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Das ovale Kettenblatt sorgte in den ersten Minuten dafür, dass ich gefühlt während einer Kurbelumdrehung immer leicht ins Nichts trat. Je höher das Tempo, die Trittfrequenz und je leichter der Widerstand, umso merkbarer war dieses kurze Gefühl der Leere.
Je mehr Watt ich getreten habe und umso anstrengender das Fahren wurden, desto weniger viel dieser Umstand auf.
Insgesamt tat das Shimano XT M8000 Schaltwerk und der passende XT-Hebel (nein Boris, nix elektrisch :p) einen unauffälligen Dienst. Es gab keinen Verschalter, Kettenklemmer waren Zweifach! Allerdings ist es doch ein Unterschied, ob man mit einem XTR oder eben „nur“ mit einem XT-Schalthebel die Gnge wechselt. Mir kamen die Gangwechsel schwerfälliger und träger vor und ich musste auch „mehr Kraft“ beim Schalten aufwenden.
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Das Gänge überspringen funktioniert mit dem Shiano XT Hebel gut und man kann bis zu drei Gänge gleichzeitig wechseln, allerdings feht hier auch die Genauigkeit im Druckmechanismus. Die Rasterung ist eben mit der XR Performance nicht vergleichbar. Ich meckere auf hohem NIveau, allerdings hätte ich diese Erkenntis ohne Selbsterfahrung nicht für möglich gehalten.
Nach dem Ansgar und ich bei 0-3 Grad und einer extrem hohen Luftfeuchtigkeit die Beine angewärmt hatten, tobten wir auf unseren Lieblingstrails im Nationalpark De Meinweg. Das Handling des Grand Canyon ist über alle Zweifel erhaben und machte stets eine gute Figur. Selbst mein geliebter Broken Chainhill (25% Steigung) und kleinere Rampen an der Rode Beek waren trotz der widrigen Bedingungen im ersten Versuch fahrbar.
Sowohl die Übersetzung als auch die Geometrie passen bereits ziemlich gut. Inwieweit ich in Zukunft bei längeren Trainings noch Feinabstimmungen vornehmen muss bleibt abzuwarten.
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Nicht alles Gold was glänzt

Allerdings ist auch nicht alles Gold was glänzt und es gibt auch ein paar negative Eindrücke zum Grand Canyon AL SLX. Sowohl der Laufradsatz Magic Crossride mit Schläuchen als auch die Continental X-King wussten nicht zu überzeugen. Die Beschleunigung war eine Katastrophe und der Grip des Reifens grenzwertig dünn.
Gemeinsam mit der schwachen Power der Avis 5 trübte das etwas den Fahrspaß und ließ mich mit großer Vorsicht über die Trails fahren.
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Fazit

Ich bin überzeugt, dass der Umstieg auf die Canyon Modellpalette mit der kleineren Rahmengröße der richtige Schritt war. Bereits das schwere Hardtail gefällt mir bisher sehr gut und weiß seine Stärken gut auszuspielen.
Ebenso gefällt mir der einfach Antrieb, sowohl aufgrund der „cleanen“ Optik als auch aufgrund der Funktionalität. Im Matsch spielte die Schaltung bereits bei der ersten Fahrt unter schwersten Bedingungen ihre Vorteile aus ohne mich in der Übersetzungsbandbreite einzugrenzen.
Das ovale Kettenblatt ag ich noch nicht beurteilen. Nach einer Fahrt mit so vielen unterschiedlichen Eindrücken ist es zu früh, um eine Prognose abzugeben. Ich freue mich aber auf weitere Fahrten mit dem TUNE Ovalblack Blatt!
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Grand Canyon AL SLX 7.9 2014

Es canyont bei mir: Nach dem bereits viel früher als erwartet mein neues Racefully Canyon Lux CF 9.9 SL angekommen ist und seitdem in der Ecke auf den finalen Umbau wartet, hatte ich die Möglichkeit mein MAO-TAIN BIKE gegen das Grand Canyon AL SLX 7.9 zu tauschen.
Das MAO-TAIN BIKE war 2013 ein spontaner Selbstaufbau mit einem 990gr leichten Carbon Rahmen direkt aus China importiert. Leider kam das Rad gar nicht lange zum Renneinsatz, die 29″ setzten sich durch und ich bekam das Cannondale Flash 29 Carbon. Das MAO-TAIN BIKE „verkam“ zur Trainingsschleuder im Matsch und für Anhänger Touren.
Jetzt verabschiede ich es mit einer Menge Wehmut und begrüße zeitgleich das Grand Canyon SLX AL 7.9 Jahrgang 2014.

Grand Canyon AL SLX 7.9 in 29″

Gleich mehrere Faktoren sprachen meinerseits für den Tausch. Das Grand Canyon AL SLX 7.9 hat eine vergleichbare Geometrie zum Canyon Lux Fully. Die Rahmengröße M liegt mir deutlich besser ls der größere Canondale Rahmen und die 29″ Laufräder sind im Renneinsatz Standard. Dafür nehme ich gerne im Kauf, dass das Canyon nicht ansatzweise mit der Ausstattung des MAO-TAINBIKE 26″ mithalten kann.
Aber ein 26″ im MTB als Ersatz für das neue Racefully und Schlechtwetter Trainingsrad ist auch nicht das Wahre. Das Cannondale ist zum einen als reines Trainingsrad zu schade und durch die etwas teurere Lefty Wartung im Unterhalt auch zu teuer.
Das Grand Canyon AL SLX ist genau der Lückenfüller, der mit einer kleinen Investition beide Räder auf einmal ersetzt. Sowohl Anhänger Touren als auch Trainingsrad in Einem. Dank meinem 4iiii Precision Powermeter sogar mit Wattmessung. Wenn schon Training, dann richtig.
Grand Canyon AL SLX 7.9

Zu Besuch beim Herr der Ketten-Ringe

Um mein Trainingsrad noch mehr auf das Racefully abzustimmen, waren ein paar kleinere Eingriffe notwendig. Der schwere und funktionell behäbige Shimano 3×10 Antrieb musste einem modernem 1×11 Antrieb weichen. Meine alte Shimano XTR M980 Kurbel bekam ein Tune Ovalblack 32 Kettenblatt spendiert und sorgt gemeinsam mit der Shimano XT M8000 Schaltung und der Sunrace 11-42 Kassette für knackige Schaltvorgänge und satte Kraftübertragung. Das Canyon Lux schaltet mit der XTR M9000 1×11 Schaltung, einer 11-46 Sunrace Kassette und ebenfalls einem Tune Ovalblack Kettenblatt.

Darüberhinaus wanderte der Fox Lockouthebel auf die linke Lenkerseite, der Vorbau wurde negativ montiert und das Cockpit bekam einen alten Ritchey WCS 720mm Alu-Lenker aus der Sammelkiste spendiert. Breiter ist geiler!
Die über 2kg schweren Mavic Crossride Laufräder (non-tubeless, arghs) bleiben vorerst erhalten, genauso wie die 500gr schwere Sattelstütze und die eher schlecht als recht bremsende Avid 5. Nach und nach wird hier ewtas nachgebessert, um das Gewicht von 11,9kg auf wettkampftaugliche sub 10kg zu drücken.
Dank dem Herr der Kettenringe verlief der Umbau problemlos und in atemberaubenden vier Stunden. Mit Kaffeepausen. Ich habe immerhin mein neues Cockpit selbst bestückt und das Kettenblatt selbst montiert, während Ansgar (der ursprünglich nur zugucken wollte *pruuust*) den Rest mit seiner gewohnten Genauigkeit und Präzision ans Rad schraubte als wäre es sein eigenes. DANKE!
Die Diva schraubt am Grand Canyon AL SLX 7.9
Damit ist das Grand Canyon AL SLX 7.9 als Winterbike ready to ride, sogar Tout Terrain Singlespeeder kompatibel und damit meine neue Allzweckwaffe. Ich kann nur hoffen, dass Peter mit seiner neuen 9,0kg Leichtbaurakete MAO-TAINBIKE (Sram x0 2×10 Antrieb, Formula R1 Leichtbau Bremse und No Tubes ZTR Race Laufrädern) ebenso viel Spaß haben wird.