Charly Wegelius: Domestik #coffeebooks

Aus dem Peloton für das Peloton. Die Autobiographie Domestik von Charly Wegelius beschreibt das wahre Leben eines ganz normalen Radprofis, relativiert das Spektakel der glamourösen Radrennen und zeigt den modernen Radsport so wie er wirklich ist.
Lange hat mich eine Radsport Autobiographie nicht mehr so gefesselt wie die Geschichte von Charly Wegelius. Domestik (Achtung, Amazon Partnerlink) ist nicht geschönt, nimmt kein Blatt vor den Mund und wirkt auf mich sehr authentisch.
Auf der einen Seite erfährt man in dem Buch, was den Reiz eines Profiradsportler ausmacht. Auf der nächsten Seite aber auch gleichzeitig, warum der Profiradsport nach innen weniger Spektakel und viel mehr ein alltäglicher Kampf mit sich und auch seinen Teamgefährten ist. Der Leser erfährt wie man sich für den Sport, das neue Team und die Kollegen verbiegen muss.
Interessant ist auch die Beurteilung anderer Radsportler und ihrer Rollen im Peloton. So empfindet Wegelius Danilo di Luca als authentischeren Kapitätn, für den er sich mehr verausgabt hat als Cadel Evans mit dem er nie wirklich warm wurde. Di Luca, der aufgrund mehrerer Dopingvergehen lebenslang gesperrt wurde, war der bessere Teamplayer und verstand es, so Wegelius, anders als Evans die Mannschaft zu motivieren und durch seine humorvolle Art jene Art von Respekt zu erlangen, die Evans verwehrt wurde.
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#coffeebooks Tim Krabbe: Das Rennen

Unsere neue #coffeebooks Serie möchte ich heute mit einem Klassiker Titel starten. Tim Krabbe: Das Rennen gehört zu meinen absoluten Lieblingsromanen mit Radsportbezug.
Bereits 1978 erschien dieses Meisterwerk der Radsport Literatur vom ehemaligen Radamateuer, Schachmeister, studierten Psychologen und Journalist Tim Krabbe in den Niederlanden unter dem Titel De Renner. Erst 2006 wurde der Roman auf Deutsch veröffentlicht.
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Tim Krabbe entdeckte erst mit 30 seine Leidenschaft für den Radsport und nahm trotzdem in den folgenden acht Jahren an über 500 Amateuerrennen teil, unter anderem an der Mont-Aigoual-Rundfahrt über fünf Pässe in den französischen Cevennen. Sein Buch das Rennen ist eine Autobiographie über diese 137km lange Tortour, die literarisch immer wieder andere radsportspezifische Themen aufgreift. Krabbe schreibt u.a. über das Verhältnis von Bild und Erzählung und greift dabei auf Beispiele der Radsportvergangenheit zurück.
Das Krabbe als Psychologe das gesamte Fahrerfeld studiert ist nicht verwunderlich aber sehr unterhaltsam. Ebenso seine Metaphern über das Rennfahrerblut, wie zum Beispiel seine Ausführungen über Sprintduelle mit Autos.
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