Gulbergen24-uurs 2017 Preview

Der Schlachtruf „Komm schon für diese eine Nacht“ ist für kaum ein anderes Rennen passender als für Gulbergen24-uurs, der schwersten Nacht für unsere Gang. Die längste Nacht des Jahres beginnt früh und endet spät, für Daniel bedeutet das am Wochenende dem Melatonin zum Trotz!
Eine lange Saison neigt sich dem Ende entgegen, doch bevor wir uns langsam Richtung Off-Season bewegen wartet mit Gulbergen24-uurs noch ein absolutes Highlight auf die Coffeechains Gang. Bei Gulbergen24-uurs tritt die erprobte Ultracycling Crew zum zweiten Saisonhöhepunkt an.
500 Stunden Training, zwei 24 Stunden Rennen und diverse Marathon Rennen stecken mir bereits in den Knochen und in den vergangenen Wochen war es wirklich schwer den Fokus auf das Event zu lenken und motiviert weiter zu machen. Bis auf einen Ausrutscher beim P-Weg vor zwei Wochen ist das Unterfangen geglückt und ich werde am Samstag gut vorbereitet und mental fit am Start stehen.
Und trotzdem wird Gulbergen24-uurs die schwerste Nacht des Jahres. Mit dem Anspruch des harten Kurses bei der 24h Mountainbike Weltmeisterschaft ist das Rennen am Wochenende nicht vergleichbar, dafür hatte ich im Juni aber auch keine 12.000km, 175 Stunden weniger Training und noch keine zwei 24 Stunden Rennen in den Beinen.
Mit knapp acht Stunden war die Nacht in Finale Ligure sehr kurz, durch den frühen Rennstart war das Rennen danach schnell zu Ende. In Gulbergen werde ich am Samstag drei Stunden später ins Rennen starten, es wird bestimmt drei Stunden früher dunkel und zwei Stunden später hell. Dazu werde ich nicht einmal zum Start in meinem Bioracer Mesh Trikot starten, dass ich in Finale Ligure 24 Stunden durchgefahren bin.

Die frischeren Temperaturen, die extreme Kälte mit hoher Luftfeuchtigkeit in der Nacht und die lange Dunkelheit werden verdammt an meiner Motivation nagen. Ich will das! Es wird eine extreme Herausforderung, der ich mich zu stellen bereit bin. Nach meinem 11. Platz zum Solo Debüt 2015 und der schrecklichen Aufgabe 2016 habe ich bei meiner dritten Teilnahme beim wunderschönen Rennen in Geldrop eine Rechnung offen.
Nach der langen Saison wären Platzierungsziele nur unnötiger Druck, durchfahren und ankommen lautet meine Devise. Und dann mal schauen, ob ich meine tolle Form von der Weltmeisterschaft noch einmal abrufen kann. Gerne würde ich meine Kilometerleistung aus München schlagen. Aber so viele Abers stehen im Wege, die es auf den langen 24 Stunden auszuräumen gibt. Ich bin bereit.

Kein perfektes Rennen bei Gulbergen24-uurs

Wie ihr bereits gestern in unserem Liveblog mitverfolgen konntet, war es mir nicht vergönnt das 24-Stunden Rennen erfolgreich zu beenden.
Ohne zu sehr in die Analyse des Rennens zu gehen, die an anderer Stelle erfolgen wird, war das Rennen trotz der Aufgabe nicht schlecht. Trotzdem fehlte mir in den 16 Stunden der Flow und meine mentale Stärke, mein Wille verfing sich im Tal der Depression in der längsten Nacht des Jahres in der negativ Spirale.

16 Stunden auf der Suche des Flows

Obwohl ich sehr bis zur ersten Pause sehr konstant, konstant gut und schnell gefahren bin, gab mir meine Platzierung keinen Schub. Ich war einfach leer und die Kälte, meine immer langsam werdenden Zeiten (die letztendlich gar nicht langsamer waren, als die meiner Verfolger) zogen mir den Zahn. Und ich hatte dem nichts entgegenzusetzen, ich musste mit anschauen wie in mir der Wille das Rennen zu beenden brach. Selbst auf Position 7 mit reichlich Abstand zu Platz 8.
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Eine Aufgabe als Erfahrung

Leergeld war das Rennen trotzdem nicht, ich kann aus dem Geschehen viel lernen. Auch deswegen möchte ich das Rennen erst zum Ende der Woche analysieren.
Am Ende bin ich mit Platz 16 von 32 Startern mit zwei Dritteln der zu fahrenden Zeit ganz gut aufgestellt. Eine Platzierung um 7-9 wäre machbar gewesen. Aber nicht als willenloser Zombie.

Ich wollt mal Danke sagen

Dank gilt natürlich erst einmal meinem Team. Danke Sandra, Michael und Ansgar. Ich seid klasse und ich möchte euch nicht missen. Es hat nicht sollen sein aber mit euch an meiner Seite hat es trotzdem Spaß gemacht.
Danke aber auch an die vielen positiven Nachichten aus dem Netz. Danke insbesondere an Raphaela für ihren netten Strava Kommentar. Sowas ist Gold wert.

Gedanken vor dem Start Gulbergen-24uurs

Tief durchatmen. Noch einmal Luft holen. Der Start in die längste Nacht des Jahres erfolgt in Kürze. In 5 Minuten heißt es eins werden mit dem Material, der Rennstrecke und den allgemeinen Gegebenheiten.
Für die nächsten 6-7 Stunden heißt es Rhythmus finden und halten. Nicht überpacen aber auch nicht zu wenig Druck aufbauen. Ausreichend trinken und essen. Fokussiert sein. Bis zum Abend werde ich mich ins Rennen finden.

Die längste Nacht des Jahres

Mit Anbruch der Dämmerung geht es in die längste Nacht des Jahres. Hossa! Fluch und Segen, eine einmalige Erfahrung und zugleich die schwerste Phase des Rennens. Insbesondere ab 2-3 Uhr, wenn die Temperaturen nochmal absinken.
Und dann kommt der Moment, der neue Energie bringt. Der Sonnenaufgang über dem Dak van Brabant ist besonders. So herrlich, so schön.
Mit dieser Energie geht es dann ins Finale. Klingt einfach? Ist es nicht 🙂 aber ich will die Herausforderung.

Zum Liveblog

Ansgar übernimmt in Kürze den Liveblog und berichtet dann ab 15:00 Live von der Strecke.

One day to Gulbergen24-uurs

Jetzt ist es endlich soweit! Morgen startet zum 6. Mal Gulbergen24-uurs und ich bin zum zweiten Mal dabei! In der längsten Nacht des Jahres möchte ich natürlich an meine 24h Race München Vorstellung anknüpfen.
Und trotzdem weiß ich, dass dies nicht planbar ist. Zuviels Unwegbarkeiten können ein 24h Rennen beeinflussen und gerade als Solofahrer kommen so viele Faktoren zusammen.
Ich bin prima vorbereitet und habe das beste Team der Welt. Alles weitere wird sich morgen entwicklen.

Nahezu unveränderte Renntaktik

Die Renntaktik bleibt nahezu unverändert; fahren was das Zeug hält und die Pausen auf ein Minimum reduzieren. Der erste Stint wird deswegen nach Möglichkeit über sieben Stunden dauern, die Pause mit 12-15 Minuten nochmals um 5min verkürzt.
Wenn ich den Stint so umsetzen kann, dann können wir zusätzlich den ersten Lichtstopp sparen und der nächste Stopp wäre gegen 12 zum Akku wechseln.
Die zweite Pause wäre dann für 1-2 Uhr geplant, Klamottenwechsel im kältesten Moment inbegriffen. Bis zum Frühstück um sieben gibt es dann höchstens Klamotten- oder Akkustops, hier möchte ich sparsam mit dem Strom umgehen.
Insgesamt sollten wir mit 90′ Pausenzeit auskommen, so dass ich 22,5 Stunden fahren kann. 400km sind das Ziel, 50 Runden.

Verpflegung ist das A und O

Die Ernährung wird ebenfalls nur ganz minimal optimiert. Statt Proteinshakes wird es Proteinriegel geben, die alle drei Stunden ein Gel ersetzen. Insgesamt weniger Protein als mit den Shakes, dafür verträglicher.
Mit High5 Energy bzw. Extreme und GU Gels fahre ich ziemlich gut, in den Pausen setze ich auf Jentschura Morgenstund und Datteln. Kaffee und Cola pushen in der Nacht.
Alles weitere gönne ich mir dann nach dem Rennen (:

Impressionen vom Tag

Heute war schon ein schöner Tag. Aufbau und Akkreditierung verliefen ohne Probleme. Das Hotel ist super, Sandra und Michael sind ebenfalls zufrieden.

Jetzt gibt es noch Abendbrot und dann ab ins Bett. Ich glaube morgen wird ein langer Tag.

2 days to Gulbergen24-uurs

Die Aufregung steigt. Das letzte Training wurde gemeinsam mit Ansgar absolviert, die Klamotten sind gepackt und der letzte Akku wird gerade eben geladen.
Zeit ein paar Worte über Rituale und meinen mentalen Fokus loszuwerden.

Never change a winning…

Ich mag Rituale und wiederkehrende Abläufe. Die Zeit vor München war so gut, dass ich sie seit zwei Wochen im Prinzip kopiere mit kleinen Veränderungen.
Das gibt mir auf der einen Seite Ruhe und Gelassenheit und steigert gleichzeitig auch die Vorfreude.
Der Ablauf der letzten Tage ist für
mich wichtig, um den Kopf auf das lange Rennen einzustellen. Hinfahren und machen kann ich nicht. Ich muss die Rennphasen bereits jetzt durchgehen, in den Körper hören und das Gefühl genießen.
Das geht zum einen über Gespräche aber ebenso wichtig ist die Zeit alleine vor dem Rennen.

My way to Gulbergen

Gestern begann die Fokussierung auf das Event mit einem Mobilitätstraining durch Thorsten. Insbesondere meinem Becken widmeten wir viel Zeit und arbeiteten gut mit Deuser-Bändern.
Anschließend hat Jarmo das Becken bei der Physiotherapie noch einmal eingerenkt und die letzten Muskelverhärtungen aus der Wade gestrichen.
Am Nachmittag widmete ich meinen Gedanken.
Heute stand das Abschlusstraining an, gemeinsam mit Ansgar ging es für zwei Stunden ins Heinsberger Hinterland. Es fühlte sich perfekt an!
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Ein gemeinsames Essen mit den letzten Besprechungen rundeten den Vormittag ab, der mit etwas zu viel Stress bei der Entlüftung der Bremse begann.
Am Nachmittag hatte ich meine Ruhe. Auto packen und dann auf dem Sofa meinen Soundtrack zum Rennen programmieren. Hach!
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Und morgen geht es dann los. Ansgar fährt mich zum Bahnhof Venlo, damit ich mit dem Zug fahren kann, während das Team mit dem Auto kommt.

Give me Five! Gulbergen24-uurs

Drei Tage noch bis Gulbergen24-uurs. Zeit für den Fokus, Zeit für Rituale und Zeit sich mit dem Geschehen am Samstag mental vorzubereiten.
Aber auch Zeit mein Team vorzustellen. Denn bei aller Schinderei von mir selbst, ist das Unterfangen 24-Stunden Solo zu fahren ohne Unterstützung für mich unvorstellbar.

Give me Five, Chaka!

Never change a winning team hat sich in vielen Bereichen bewährt, so auch bei mir.
Sandra hat in München einen tollen Job gemacht und als damalige Notlösung von Anfang an mit mir harmoniert. Seitdem ist der Kontakt nicht abgerissen, also kann ich auch nicht so schlimm gewesen sein.
Es freut mich, dass Sandra wieder an Board ist.
Sandras Freund Michael, ebenfalls radaportverrückt und u.a. erfolgreicher Finisher des Sauerland Rad Marathons, werde ich am Wochenende auch kennenlernen. Er wird Team Daniel ebenso unterstützen. Danke!
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Ohne Family Support kein Sport

Mein Hasi und Pupsi sind natürlich auch dabei und als mentale Unterstützung extrem wichtig, auch wenn Jenni sich aus dem aktiven Support herauszieht und sich mehr um unsere Tochter kümmert. Ich möchte beide nicht missen, zumal mit die kurzen Kontakte im Rennen immer Motivation geben. Chaka!

Supporting Diva – Yeah

Und jetzt alle echt mal Yeah, denn Ansgar kommt am Samstag direkt nach der Arbeit nach und unterstützt mich an der Strecke!
Das freut mich so sehr, dass ich mir jetzt schon ausmalen kann wie er mich pushen wird.
Außerdem ist Ansgar in dieser Woche ebenso präsent, begleitet das letzte Training, Besprechung… alles.
Gemeinsamer Kaffee
Eigentlich schon seit drei Wochen permanent, wo wird in letzen Wochen quasi alle für uns wichtigen Einheiten zusammen trainiert haben.

Fazit

Ich bin im Fokus für das Rennen. Freue mich auf mein Team und die spannenden Stunden vor, während und nach dem Rennen.
Ich glaube die Konstellation perfekt. Sandra hat in der langen Nacht Entlastung und alle gemeinsam so noch mehr Spaß.

4 days to Gulbergen24-uurs

Dass die Zeit gerade erbarmungslos rennt, dass sagte ich euch bereits gestern. Das sich das mit der Zeit nicht so schnell entschleunigt, könnt ihr bestimmt nachvollziehen. Ich hoffe ja einfach, dass die 24 Stunden von Samstag auf Sonntag in Gulbergen ebenso kurzweilig sind. Quasi in die Pedale treten – stoppen – fertig – Saisonende 😀
Heute saß ich noch kurz auf dem Rad, knappe 90 Minuten. Alles fühlte sich gut an, dass steigert die Vorfreude. Die wiederum wurde durch das kühle Wetter etwas getrübt, die Wetteraussichten am Wochenende stimmen dafür wieder fröhlicher.

Weniger sitzen mehr treten

Ich fühl mich eigentlich recht gut vorbereitet. Ich habe heute nochmal die Rundenprotokolle von 2015 durchgesehen und festgestellt, dass alleine meine geringere Pausenzeit von München in Gulbergen ausreichen müsste, um meine persönlichen Ziele zu erreichen. Während ich in München 23 Stunden lang mit etwas über 60min Pausenzeit auskam, hatte ich in Gulbergen alleine zwei Pausen jeweils über eine Stunde.
Weniger sitzen, mehr treten. Das kann ich. Hauptsache es wird nicht wieder so bitter böse kalt. Nichts verbinde ich mehr mit Gulbergen als dieses Foto und die damit verbundene, gefühlte Kälte. Da werde ich ganz schnell zur Mimimi!

Bilder sagen mehr als Worte. Gefühl: keins mehr vorhanden.
Bilder sagen mehr als Worte. Gefühl: keins mehr vorhanden.

Ansonsten war der Tag heute stink normal. Es gab leckeren Kaffee, das übliche Socialmedia Gedöhns und Family Zeit. Im Kopf schwirrt die Renntaktik, die ich morgen präsentieren werde. Morgen darf ich auch endlich mein Team für Gulbergen24 vorstellen, denn ohne Team, da biste als Solo-Fahrer nix!
Habt ihr eigentlich noch Fragen, die ich nicht berücksichtige? Fragt mal was. Ich antworte auch bestimmt 🙂

#Gulbergen24 Warm welkom onvangen

Welkom in Nuenen, einem beschaulichen aber sehr enthusiastischen Städtchen am Eindhoven Kanal und Heimat des Das van Brabant, der höchsten Erhebung in Noord Brabant
Wir sind in den Niederlanden. Das haben wir von Anfang an gemerkt, alles ist freundlicher und umgänglicher. Gemütlicher. Probleme? Gibt es keine oder werden eben in kürzester Zeit total unkonventionell gelöst. Wie zum Beispiel unsere Pazelle, die zwar prima gelegen aber nicht an der Strecke sein sollte. Anders als in Deutschland hatte die Zuteilung keinen Bestand, sondern wir bekamen innerhalb von fünf Minuten einen Platz an der Strecke, nicht ganz so geplant aber läuft.
Da wir die Zelte quasi über die Deichsel eines Wohnwagen bauen mussten, wurden die Besitzer kurz angerufen, nachgefragt und alles kein Problem. Danke für die Hilfe und Unterstützung.
Der Aufbau war dann schneller durchgeführt als geplant, rund 75 Minuten für das Betreuer Haus für 30 Stunden. Sieht gut aus und ist funktional.

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