Daniels Trainingsrückblick Dezember 2018

Trotz des Sprunggelenkbruchs stoppte mein Training nicht, wie ich dir auch in unserem Coffee & Chainrings Podcast mit den Episoden zum Trainingsrückblick erzählt habe. Humpelnd und langsam ging es die Kellertreppe hinunter, wo ich dann auf der Rolle die Weichen für 2019 gestellt habe.

Wenn mir jemand einem Tag nach der Diagnose Sprunggelenkbruch gesagt hätte, dass ich fünf Tage später wieder auf dem Rad sitzen kann, ich hätte ihm den Vogel gezeigt. Als Ben Zwiehoff mir genau das geschrieben hat, habe ich ihm virtuell den Vogel gezeigt 🙂

Es waren vorsichtige Gehversuche ab dem 5.12 auf dem Rad, zuerst 30min dann 45min und schließlich eine Stunde mit steigender Belastung. Schmerzfrei, weshalb ich dann in der KW50 ab dem 10.12 wieder ins Training einsteigen konnte.

Nach 52 Stunden Training über 1300km auf der Rolle und den ersten vier Trainings an der frischen Luft ziehe ich ein positives Fazit.

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Trainingsrückblick Dezember #wemboFinale

Mit meinem Trainingsrückblick Dezember ziehe ich auch ein erstes Fazit über meine neue Zusammenarbeit mit STAPS. Darüberhinaus war der Dezember ein sehr holpriger Monat mit vielen Hindernissen abseits des Trainings im Hinblick auf die 24h Mountainbike Weltmeisterschaft.
Kurzentschlossen aber sehr wohl überlegt erfolgte Ende November die Konkretisierung des Wechsels meines Trainings. Zwar harmonierte ich mit Steffi von Pro-Formance sehr gut, jedoch stagnierte meine Leistung zuletzt. Im Hinblick auf meine Teilnahme an der 24h Mountainbike Weltmeisterschaft gab es nur diesen Zeitpunkt noch einmal etwas neues zu wagen.

STAPS ist einzigartig, effektiv und erfolgreich. Das behaupten erst einmal alle Trainingsplan Anbieter, allerdings kann ich nach meiner bisherigen Erfahrung sagen, dass die STAPS Methode wirklich einzigartig ist und seines gleichen sucht. Und sie ist wirklich effektiv und zumindest erfolgsversprechend. Zu Beginn der neuen Partnerschaft habe ich bereits dargelegt, wie STAPS meine Sicht auf das Radsport Training verändert hat.

Alles anders. Alles neu. Better, stronger, harder

Und nach dem ersten Monat kann ich sagen: Es läuft. Besser als erwartet, neuer als geglaubt und meine Entwicklung überrascht mich gerade selbst. Zwar habe ich noch immer nicht meine Form wie 2015 aber ich befinde mich (Ende Dezember!!!) nicht mehr weit davon weg. Und es bleiben noch fünf Monate Vorbereitung mit zwei Trainingslagern für das ganz spezifische Trainingsvolumen.
Was sich genau verändert hat? Zum einen die Trainingsintensität, die auf einem ganz anderen Niveau ist. Von der ersten Einheit an standen Intervalle auf dem Programm; schweißtreibende EB-Intervalle, intermitted exercises, Sprints aber auch jede Menge G2 Intervalle. Was früher das Fahrtspiel war, sind heute 2-4x 10-20′ G2 Intervalle. Gezieltes Training zur Verbesserung der Vo2Max oder zur Senkung meiner VoLaMax.
Alles Vorteile eines Wattgesteuerten Trainings, dass fordernder aber auch ergiebiger ist. Im letzten Jahr habe ich viel zu häufig viel zu niedrig trainiert, wenn ich mir die Leistungswerte im Vergleich ansehe.

Weniger ist mehr

Mit dem Dezember habe ich das spezifische Training für die Mountainbike Weltmeisterschaft im Juni aufgenommen. Während viele Sportler jetzt zu langen Grundlageneinheiten tendieren, gehe ich mit STAPS einen anderen weg: Weniger (Umfang) ist mehr (Intensität). Meine Schwäche ist nicht meine Ausdauerfähigkeit, sondern meine Vo2Max, diese trainiert man als Hobbysportler besser über hartes Intervall Training als stundenlanges Grundlagentraining. Denn mit intermitted exercises kann man zum Beispiel wesentlich mehr Sauerstoff umsetzen als mit einer etwa doppelt so langen Einheit im moderaten G1 Tempo.
Außerdem muss die Ressource Körper auch geschont werden. Mit einer ungewohnten Zunahme der Intensität macht es Sinn, die Umfänge zu kürzen und damit mehr Zeit zum regenerieren zu haben.
Letztendlich habe ich im Dezember 29 Trainings (24 Radeinheiten) absolviert, allerdings mit ’nur‘ 45 Stunden rund 15 Stunden weniger als Üblich trainiert. Dabei kamen insgesamt 1000km zu Stande, durch die vielen Rolleneinheiten ist der Wert aber zu vernachlässigen.

Erfolg bestätigt Kurswechsel

Wie heißt es so schön: Der Erfolg gibt ihnen Recht. Und im Radsport ist Erfolg messbar; mit desolaten 225 Watt (20′ Leistung) im November und passablen 269 Watt (20′ Leistung) im Dezember habe ich eine gehörige Verbesserung erreicht.
Zudem wanderten meine Trainingsbereiche nach der Auswertung von STAPS weiter nach rechts, im Schnitt um knapp 30 Watt. Nach vier Wochen Training und trotz widriger Umstände wie ein Umzug und Vorweihnachtsstress.
Kein Wunder also, dass ich auch ein Lob von meinem Trainer Lucas erhalten habe.

Erster Canyon Lux Einsatz am Jahresende

Für die tolle Trainingsleistung im Monat Dezember habe ich mich auf meine eigene Weise belohnt und mir zum Jahreswechsel die erste Ausfahrt mit meinem Canyon Lux CF SL 9.9 gegönnt. Natürlich gemeinsam mit Trainingspartner Ansgar über die heimischen Trails im Nationalpark de Meinweg. Ein krönender Abschluss eines durchwachsenen Jahres.

Col de la Pierre St. Martin auf der Rolle

Heute hatte ich meine erste lange Trainingsfahrt geplant und wollte eigentlich an der CTF Vlodrop teilnehmen, um meine Hometrails zu befahren. Leider sorgte ein sturmtief für eine kurzfristige Änderung, denn wenn in Holland Cyclocross Rennen abgesagt werden, dann sollte man sich selbst nicht draußen gefährden. Ich entschied mich also mein Training indoor zu absolvieren und suchte mir eine angemessen Herausforderung aus.
wembo 24 Stunden Mountainbike Weltmeisterschaft Finale Ligure 2017
Ich habe ein Ziel, die wembo 24h Mountainbike Weltmeisterschaft 2017 in Finale Ligure. Und wenn ich dort im Sommer am Start stehe, möchte ich mir nicht sagen, ich hätte im Vorfeld nicht alles für eine gelungene Vorbereitung gegeben. Wenn es als draußen stürmt und das MTB-Fahrtspiel ins Wasser fällt, dann muss eine Alternative her!
Zwei Kategorie 3 Berge und zum Abschluss der Col de la Pierre St. Martin hinauf zur spanischen Grenze sollten heute einen adäquaten Ersatz darstellen. Der Col de Ichere (3,8km/9% Steigung) und Col de Lie Steep (2,4km/8% Steigung) sorgten auf den ersten 25km für ordentlich Druck auf dem Pedal. Die 25km Auffahrt (1395hm/6% Steigung) waren dann die gesuchte Herausforderung!

Rollentraining ist eine mentale Herausforderung

Auf der Rolle ist ein Training jenseits der zwei Stunden immer eine extreme Herausforderung. Pyrenäen Pässe nach zu fahren hilft auf der einen Seite das Training erfolgreich zu beenden, das Ziel ist der Berg. Andererseits müssen 25km bei 6% Steigung auch erst einmal auf der Rolle weggetreten werden. Schweiß treibend war die Auffahrt auf jeden Fall aber mit knapp zwei Stunden bei 190 Watt habe ich mich sogar leistungstechnisch belohnt.
Nach zwei Wochen Aufbautraining unter zwei Stunden Länge mit vielen Sweat Spot Intervallen habe ich heute auch über 3:20h nicht die Lust verloren und den Berg mit Spaß und Freude bis zum bitteren Ende bezwungen.
Allerdings hilft mir hier der Kontakt zur #Twtter Community sehr, denn ein paar Tweets in den Abfahrten erhöhen die Motivation und sorgen für etwas Abwechslung. Daneben konnte ich im ersten Teil des Trainings von Harry Potter profitieren. Weil ich abends auf der Couch immer einschlafe darf ich die Teile immer am nächsten Tag zu Ende gucken, damit ich dann heute Abend mit meiner Frau den nächsten Teil gucken kann.

Fokus auf das Training

Trotz der kleinen Hilfen muss natürlich der Fokus auf dem Training gerichtet bleiben. Wichtig ist ausreichend Flüssigkeit zu haben, denn in Frankreich ist es ganz schön warm. Außerdem muss natürlich auch die Verpflegung stimmen, wenn man über drei Stunden auf der Rolle eine gute Leistung treten möchte.
Col de la Pierre St. Martin auf der Rolle
Ich habe die ersten 25km des Trainings etwas unterschätzt, die beiden „kleineren“ Berge waren nämlich extrem steil und ich habe etwas mehr Leistung getreten als geplant. Also kam bereits nach 90min die zweite Banane zum Einsatz, zu diesem Zeitpunkt hatte ich aber auch 1.000kcal verbrannt. Nach dem ersten Drittel vom Col de la Pierre St. Martin folgte ein GU Gel und für die finalen Kilometer zum Gipfel nach 2,5h die dritte Banane. 450kcal Input für 2100kcal Output, dazu drei Flaschen Wasser (davon zwei mit High5 Elektrolyt Tab).
Zum Frühstück gab es ein kleines Experiment, denn mit 50gr Hirse und 100gr Lupinenflocken habe ich mehr Eiweiss als Kohlenhydrate gegessen. Alles war gut verträglich und durch die Kohlenhydrat Zufuhr im Training war auch alles in Ordnung.
Fokus im Training heißt für mich im Übrigen auch, dass die Hände an den Lenker gehören und ich abgesehen von wenigen Erholungsmomenten auch nicht tippen möchte. Allerdings hilft es andersrum genauso gut, dass ein kurzer Austausch im sozialen Netzwerk dazu beiträgt sich neu zu fokussieren.

Fazit

Für den einen oder anderen mag das zwar großer Unsinn sein, wenn man auf der Rolle einen Pyrenäen Pass nachfährt. Das mag sein aber wäre ich einfach ohne elektrischen Widerstand gefahren, dann hätte ich das Training nicht in den absolvierten Leistungsbereich beenden können und hätte bestimmt im Laufe der Zeit auch den Fokus aufgrund der Monotonie verloren. Der Berg war das Ziel und meine Motivation über das Ziel definiert.

Die Einheit heute mit dem guten SST-Training gestern (5×10′ SST Intervalle) haben mein Selbstvertrauen auf jeden Fall gesteigert.Mehr Selbstvertrauen bedeutet auch noch mehr Motivation. Ihr kennt das mit dem Bäume ausreißen. Deswegen schreibe ich auch gerade diesen Artikel, weil ein gutes Rollentraining so viele Endorphine ausschütten kann, die ich heute Abend mit euch teilen möchte.

Trainingsrückblick November

Nach der OP-Zwangspause habe ich das schöne Sonnenschein Wetter des goldenen Spätherbst auf der Couch genossen mit Wehmut jetzt nicht auf dem Rad zu sitzen. Ich blieb vernünftig und wartete die verordneten 15 Tage Trainingspause ab. Startschuss für 2015 war dann der 11.11 (allerdings nicht um 11.11 Uhr, denn da lag ich bereits wieder betäubt beim Zahnarzt). Es folgten 24 Trainingseinheiten in 47 Stunden.
Nachdem mir morgens um acht Uhr die Fäden gezogen worden sind, saß ich bereits eine Stunde später zum Testen für die ersten 60 Minuten auf der Rolle. Was für ein Gefühl! Beim Zahnarzt zuckten die Beine zufriedenstellend und zur Belohnung gab es dann am frühen Abend direkt weitere 90 Minuten Adrenalin für die Beine. Es klappte gut, schmerzfrei. Juhu! Es folgten am nächsten Tag zwei weitere Rolleneinheiten und dann bestieg ich auch direkt den Crosser, der stand ja geliehen schon seit Ewigkeiten hier rum. Spaß pur!
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Inhaltlich arbeitete ich an meiner Grundlagenausdauer, draußen gab es vielfach ein Fahrtspiel aus GA1/Ga2 und auf der Rolle das konzentrierte Ga1 Programm. Leider wurde meine Motivation seitens Bekohl nicht belohnt, denn ausgerechnet bei meiner 100km Rollenfahrt stürzte das Programm fünf Minuten vor dem Ende ab. So ein Ärgernis, gingen alle aufgezeichnete Daten verloren und ein Blog-Artikel, aber im Dezember kann man das bestimmt nachholen.
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Bkool: Mont Ventoux Video

Seit knapp drei Wochen trainiere ich regelmäßig mit dem Bkool Turbo Rollentrainer und bin bisher sehr zufrieden. In Erkelenz regnete es gestern und so zog es mich kurzerhand nach Frankreich zum Fuße des Mont Ventoux. Die 23km lange Steigung mit 1650hm war eine gute Herausforderung zum Abschluss des Jahres.
In den ersten Einheiten war das Fahrtverhalten auf der Rolle etwas ungewohnt und die Lautstärke irritierend. Mittlerweile kann ich damit leben und finde das Fahrverhalten sogar sehr ansprechend. Dadurch, dass die Halterung des Hinterrads nur vom Hinterrad selbst gehalten wird (siehe Foto im Artikel) ist das Fahrverhalten nicht ganz so starr, sondern das Rad schwingt ein wenig mit.
Zum Jahreswechsel suchte ich mir vorgestern dann eine richtige Herausforderung und entschied mich letztendlich für den Aufstieg zum Mont Ventoux in Frankreich, witzigerweise fuhr ex-Teampartner Ralf Haupt die gleiche Strecke zur gleichen Zeit. Schade das wir uns nicht getroffen haben…
Die ersten 5km waren passabel, die Steigung lag zwischen 5-7%, danach zog sich der Weg aber gewaltig und ich kam ganz schön ins schwitzen. Bis 7km vor dem Ziel fiel die Steigung selten unter 8% und lag im Mittel eher bei 10%. Während ich früher bei ähnlichen Belastungen auf einer mechanischen Rolle vor Einöde einging, war das begleitende Video in Fahrgeschwindigkeit stets eine Motivation und sorgte für Aufschub. Insbesondere die letzten Kilometer bis zum Ziel verflogen gerade zu.
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Ein kleiner fader Beigeschmack bleibt, denn bei Steigungen >9,5% wurde die Trittschwierigkeit nicht schwieriger, sondern nur das Tempo in der Software verlangsamt. Das ist natürlich weniger authentisch, allerdings sind 9,5% Steigung auf der Rolle dann auch schon okay. Die Fahrgeschwindigkeit, Wattleistung und das Gefühl in Kopf und Beinen war hingegen sehr realistisch. Es fehlte aber die sanfte brise Wind, die für den kühlenden Effekt gesorgt hätte. Der Schweiß, der so vom Arm immer wieder aufs Bein tropfte, war dann doch arg fies.

Trainingszeit vs. Trainingskilometer

Während ich gestern weiter meine Bkool Rolle in einer zweistündigen Intervallfahrt testete hörte ich die aktuelle Folge des Velohome Podcasts mit der Folge Velosnakk #5. Die 90 Minuten waren wie immer kurzweilig mit verschiedenen Themen, die allesamt interessant waren und einzeln einen Review verdient hätten. Aber gerade der zum Ende der Folge diskutierte Punkt Trainingszeit vs. Trainingskilometer bietet doch ganz viel Raum für das gewünschte Feedback des jungen Podcasts.
Das Thema wurde mit der Frage von Chris eröffnet, wie Markus die Kilometerleistung beim Rollentraining einträgt. Gar nicht, weil für ihm die Zeit zählt, während Christian sich eine pauschal Kilometerleistung einträgt, um den Jahresvergleich an Leistung vergleichen zu können. Die Argumentation könnt ihr euch im Detail gerne ab 1:15h anhören. Die Diskussion umfasste auch Strava und Co., die ja eher Kilometer als Zeit orientiert sind, zumindest in den Ligen und Clubs.
Ich persönlich rechne ja ausschließlich in Trainingszeit, alleine weil die Kilometerleistung auf Mountainbike (Gelände) und Rennrad (flach) sich gar nicht miteinander vergleichen lassen, die Trainingszeit jedoch schon. Nichtsdestotrotz finde ich generell einen Überblick über die geleisteten Kilometer interessant und man kann auch daraus Rückschlüsse auf die eigene Leistung ziehen. Die Kilometer stehen aber eindeutig hinter der Trainingszeit, die ja auch die maßgebliche Einheit in meinen Trainingsplänen ist.
Auf der Rolle sammele ich ebenfalls in erster Linie Zeit, danach aber auch Kilometer. Mit jeder Pedalumdrehung lege ich eben Zeit und Strecke zurück und gerade mit der Bkool Rolle scheint das Ergebnis sehr homogen zu den Outdoor-Leistungen. Insofern habe ich auch keine Bedenken, dass ich jemanden auf Strava betrüge. Für mich ist die Kilometerleistung immer ein kleines Indiz für die Formentwicklung und ein Feedback zum Körperempfinden. Ähnlich also wie bei Christian, der die Kilometerleistung über das Jahr vergleichen will. Wobei ich beim Jahresvergleich wieder die Trainingszeit in Stunden als Maß nehme, weil die Kilometerleistung stark durch Rennrad und MTB Aktivitäten schwankt.
Zurück zu Strava und der Kilometerorientierung der App. Mein Wochenziel auf der Trainingsplattform wird in Zeit gemessen, natürlich ist ein Erreichen von X-Kilometer auch eine Option. Kann temporär auch durchaus eine gangbare Zielsetzung sein in Vorbereitung auf ein entsprechendes Event. Dennoch kann man hier für sich selbst ganz deutlich die Trainingszeit in den Vordergrund rücken. Ganz wichtiges Features wie ich finde.
Im Vergleich mit anderen hängt die geleistete Zeit dann aber hinter den Kilometern und erschwert einen direktes Messen miteinander. So kann ich in einer Woche in 16 Trainingsstunden auf dem Rad mit 250km sehr zufrieden sein, weil ich viel im Gelände unterwegs war, werde dafür dann aber im Coffee & Chainrings Club trotzdem nicht die Tabelle anführen. Hier gewinnt wer länger fährt (und dabei trotzdem weniger Trainingszeit beanspruchte). Die fehlenden Reiter für die Zeitvergleiche machen auch eine individuelle Neuordnung der Tabelle nicht möglich. Und hier stehe ich dann auf Markus Seite, der eben genau diesen Punkt bemängelt. Nicht nur bei Strava, sondern im gesamten Podcast Verlauf auch bei der Qualifikation für das Brevet „Paris-Brest-Paris“ im Jahr 2015.
Aus der philosophische Ausgangsfrage von Christian, ob man seine Kilometer beim Rollentraining einträgt oder nicht, haben sich viele weitere Fragen, Diskussionspunkte und Antworten bzw. Forderungen ergeben. Ein Grund, warum ich den Velohome Podcasts so gerne höre.

Bkool Turbo Rollentrainer

Der Winter naht und das Wetter wird weiter Trainings unfreundlicher. Wind, Regen und Temperaturen zwischen 0°-5° sorgen für alles andere als Trainingsmotivation. Und in Anbetracht der Fülle an Rollenvideos stellt das Training auf der Rolle eine Alternative zum Outdoor Training dar.
Leider fehlte mir auf meiner Tacx Satori Rolle die Motivation für wirklich lange Grundlageneinheiten, die für meine Saisonplanung notwendig sind. Aus diesem Grund habe ich – nicht zuletzt wegen der positiven Berichte von Just Racing oder Freistaat Markus – eine Rolle mit elektronischer Ansteuerung gesucht. Aufgrund der negativen Kritiken üer die Tacx Software schieden diverse Modellreihen aus und ich landete durch einen Tipp vom Teamkollegen Stefan bei Bkool.
Der Transport von Spanien nach Deutschland verlief – Dank GLS – natürlich alles andere als schnell und wirtschaftlich aber gestern erreichte ich dann endlich meine neue Rolle. Ein Unboxing im engeren Sinne erspare ich euch und verweise an dieser Stelle auf den wunderbaren Artikel von DC Rainmaker.
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Auspacken und Installieren war eine Sache von ca. 30 Minuten, ein klarer Vorteil von Bkool gegenüber seinen Mitbewerbern. Aber der Reihe nach:

  • Die Hardware:
    Die Rolle wird aufgestellt und das Hinterrad in die Haltevorrichtung geklemmt. Der Arm wird von der Rolle selbst nicht gehalten, sondern durch das Hinterrad was auf der Rolle aufliegt. Das Einklemmen wird dadurch total unkompliziert. Stromkabel anschließen und die Rolle ist einsatzbereit.
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    Eine der bisher wenigen Enttäuschungen mit der Rolle musste ich aber bereits jetzt feststellen. Die Rolle ist nicht signifikant leiser als die Tacx Satori, sobald sich der Motor der Rolle einschaltet ist der Geräuschpegel insgesamt sogar sehr viel lauter. Außerdem kippelt die Rolle beim Auf- und Absteigen seitlich extrem, umso erstaunter war ich über die wesentlich bessere Stabilität beim Fahren.
  • Die Software:
    Zwar kann man die Rolle mit Garmin (ohne Ausgabe der Wattleistung) ohne Computer benutzen, aber mit der Software BSim bekommt man vollen Zugang zu verschiedenen Topographien und Landschaften. Für die Software Nutzung ist leider ein PC notwendig, BSim ist für den MAC nicht verfügbar. Allerdings ist dies bei den anderen Rollentrainern mit Software nicht anders. Dafür ist die Software schnell installiert und eingerichtet. Man meldet sich mit seinem Bkool Account, synchronisiert einmalig seine ANT+ Module (Garmin Brustgurt und Trittfrequenz werden ohne Probleme erkannt) und die Rolle mit dem PC über den mitgelieferten ANT+ Stick und schon kann man die vorher auf der Bkool Homepage erstellte Trainingssitzung abfahren.
    Das Erstellen, Verwalten und Verwenden der Trainingssitzungen ist sehr komplex und mein Wissen darüber bisher rudimentär, weshalb ich hier selbst noch zahlreiche Fragen habe. In einem weiteren Blogartikel werde ich mein Wissen darüber später teilen. Bei den Trainingssitzungen kann man zwischen Echtzeit Videos, Google Earth Daten und einem Velodrome wählen, verschiedene Topographien (außer Velodrome) und Längen sind verfügbar sowie computergesteuerte Gegner, die mich im ersten Ga-Bock auf der Rolle in Grund und Boden gefahren sind.
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    Die Puls und Trittfrequenz Daten sind im Vergleich zur Garmin Anzeige 100% genau/identisch, was anderes habe ich auch nicht erwartet. Die Geschwindigkeitsanzeige passt in der Ebene und im Uphill auch, allerdings errechnet der Computer die Abfahrtsgeschwindigkeit und weicht damit extrem um bis zu 20-30kmh von den Garmin werten ab. Das ist gewöhnungsbedürftig. Die angezeigten Wattzahlen passen ungefähr zu meinen Leistungsdiagnostik werten, weitere Vergleichswerte fehlen mir. Ich habe aber bereits viele Quellen im Internet gelesen, die die Genauigkeit der Bkool Rolle in der Leistungsmessung besonders loben – zumindest im Sitzen, denn im Wiegetritt werden die Werte durch das geringere Gewicht auf das Hinterrad verfälscht. Die Leistung wird durch das Gewicht auf das Hinterrad im Zusammenspiel mit dem eigenen Körpergewicht berechnet. DC Rainmaker erklärt dies sehr genau im oben verlinkten Artikel.
    Die Grafik ist einfach und nicht sonderlich ansprechend. Die Daten (Zeit, Kilometer, Trittfrequenz, Pulsfrequenz, Watt, Gefälle) sind gut ablesbar und das transparente Höhenprofil auf der Straße ganz nett. Die Ansicht lässt sich einfach durch die Pfeiltasten verändern, so kann das Höhenprofil, die Straße, die Werte einzeln ein bzw. ausgeblendet werden, es gibt diverse Option die Abstände zu den Computer Athleten zu sehen etc.
  • Das Fahrverhalten:
    Nach der ersten Einheit über zwei Stunden möchte ich ein erstes Feedback geben aber noch nicht wirklich festlegen. Insgesamt vergeht die gefühlte Zeit schneller als auf einer mechanischen Rolle aber nach wie vor langsamer als draußen. Die Wattanzeige ist für Datenfreaks wie mich ein schönes Gimmick. Die Geschwindigkeit kommt auf dem Display nicht so gut rüber, die Steigungen viel weniger. Oftmals merkte ich kleinere Steigungen nur dadurch, dass ich dies im Feld Gefälle bemerkt habe und weil das Treten anstrengender wurde. Die Straße wirkte trotzdem sehr eben. Erst der wirkliche Anstieg auf einen spanischen Berg war gut zu erkennen, de 700hm bei 3-4% waren gut im Grundlagenbereich fahrbar sorgten aber für das bekannte Brennen beim Klettern in den Beinen. Abfahrten sind extrem laut und undefiniert. Man sieht die Geschwindigkeit aber fühlt sie nicht wirklich.